Aktualisiert 21.03.2005 14:42

Kampf um Forbo: Annahmeschwelle wird gesenkt

CVC Capital Partners hat das Kaufangebot für den Bodenbelags- und Klebstoffkonzern Forbo in einem entscheidenden Punkt geändert. Das Kaufangebot gilt nun bereits, wenn CVC 50,1 Prozent der Aktien erhält.

Ursprünglich hatte sie einen Zwei-Drittel-Anteil von 66,67 Prozent aller Aktien als «wesentliche Angebotsbedingung» genannt. Mit der niedrigeren Annahmeschwelle erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, dass das Angebot angenommen werde, teilte die britische Investmentgesellschaft am Montag mit. Der Verwaltungsrat von Forbo befürworte die Angebotsänderung, hiess es weiter.

Man wolle den Forbo-Aktionären die Möglichkeit bieten, zwischen dem Kaufangebot und somit dem Ausstieg aus der Gesellschaft einerseits und einem Verbleib unter der Kontrolle «gewisser Aktionäre» anderseits zu wählen.

Hintergrund ist der Umstand, dass die Grossaktionäre Michael Pieper (26 Prozent der Aktien) und Rudolf Maag (8,1 Prozent) sowie die US-Fondsgesellschaft Tweedy Browne das Angebot der CVC ablehnen wollen. Zusammen halten sie rund 43 Prozent an Forbo.

Weitere Aktienkäufe nicht ausgeschlossen

Der Forbo-Verwaltungsrat könnte somit in Zukunft aus Vertretern von CVC und den anderen Grossaktionären bestehen. CVC werde «klar mit Michael Pieper zusammenarbeiten», sagte CVC-Sprecher Urs Knapp auf Anfrage der sda. Am liebsten hätte CVC aber 100 Prozent an Forbo.

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC habe zudem das Recht eingeräumt, Forbo-Aktien auch ausserhalb des Kaufangebots zu erwerben, schreibt CVC weiter.

Innerhalb der Dauer des formellen Kaufangebots, der Nachfrist und einer weiteren Frist von 6 Monaten darf CVC gemäss Knapp aber nur den offiziell angebotenen Preis von 260 Fr. pro Namenaktie zahlen. Dies, weil alle Aktionäre gleich behandelt werden müssen.

Anschliessend ist sie frei, die Aktien auch zu einem höheren Preis zu kaufen. Der Preis von 260 Fr. wird vor allem von der US-Fondsgesellschaft Tweedy Browne als zu tief bezeichnet.

An der Börse wurde die Forbo-Aktie am Montag gegen 14 Uhr mit 258.50 Fr. bewertet, was 0,5 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag lag.

Ausserordentliche GV am Donnerstag

Die Kaufofferte, deren Frist bis zum 6. April 2005 läuft, erfolgt über die luxemburgische CVC-Tochter AFB Investment. CVC stellte im Angebotsprospekt eine Nachfrist in Aussicht, die voraussichtlich vom 11. bis 22. April dauert.

Am kommenden Donnerstag werden die Forbo-Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung über die von Tweedy Browne verlangte Änderung der Mindestpreisbestimmung und über die Streichung der Stimmrechtsbeschränkung abstimmen.

Mit Wegfall dieser Beschränkung entspricht die Kapitalbeteiligung den Stimmrechten. Die eine «industrielle Lösung» anstrebenden Pieper und Maag, je nach Ausgang des Kaufangebots aber auch CVC, haben dann Anspruch auf Einsitz in den Verwaltungsrat.

Als drittes Traktandum stehen die Wahlen in den Verwaltungsrat an. Franke-Chef Pieper hatte Anfang März neben sich selbst drei weitere Personen vorgeschlagen. (sda)

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