Kampf um Leica: Danaher überbietet Hexagon
Aktualisiert

Kampf um Leica: Danaher überbietet Hexagon

Wende im Übernahmekampf um das St. Galler Vermessungstechnik- Unternehmen Leica Geosystems: Der amerikanische Konzern Danaher hat ein klar besseres Gegenangebot eingereicht.

Das überraschende Angebot des US-Konzerns Danaher überbietet das Angebot der schwedischen Hexagon - und wird von Leica mit offenen Armen empfangen.

Danaher bietet für eine Aktie von Leica 500 Franken, wie der Mischkonzern am Dienstag bekannt gab. Insgesamt will Danaher gut 1,5 Milliarden Franken für Leica Geosystems bezahlen. Damit wird die Hexagon- Offerte um knapp 14 Prozent überboten. Hexagon hatte den Übernahmekampf um das Ostschweizer Unternehmen Mitte Juni lanciert.

Im Gegensatz zu der als feindlich empfundenen Hexagon-Offerte heisst das Leica-Management nun das Angebot von Danaher willkommen. Das freundliche Angebot widerspiegle das Potenzial von Leica Geosystems angemessen, hielt Verwaltungsratspräsident Mario Fontana fest.

«Ein guter Partner»

Danaher unterstütze den Kurs des Unternehmens, sagte Leica-Chef Hans Hess an einer Telefonkonferenz. Namentlich in den USA soll das Wachstum beschleunigt werden, auch mit Zukäufen. Danaher sei «ein guter Partner». Die knapp 2400 Leica-Arbeitsplätze, Standort und Firmen-Identität sollen erhalten bleiben.

Danaher wolle seine Position in der Vermessungstechnik weiter stärken, sagte Konzernchef Lawrence Culp an einer Medienkonferenz in Zürich. Bereits Anfang Juli hatte der Konzern die deutsche Leica Microsystems übernommen, die mit Leica Geosystems aber nicht verflochten ist. Ein Zusammenschluss der beiden Gesellschaften sei nicht geplant.

Leica Geosystems passe sehr gut zu Danaher, sagte Culp. Das Konglomerat ist laut eigenen Angaben ein führender Hersteller von professioneller Mess- und Industrietechnik, Werkzeugen und Komponenten. Der Konzern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 6,9 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 746 Millionen Dollar.

Gefragte Aktien

Danaher hält bereits gut 4 Prozent der Leica-Aktien. Zudem wurde mit einem Eigentümer von rund 6 Prozent des Kapitals eine Vereinbarung getroffen, wonach dieser Danaher seine Aktien anbieten will. Zwölf Aktionäre halten zusammen knapp die Hälfte der Leica- Aktien. Darunter sind die Beteiligungsgesellschaften K-Capital Partners mit 9,7 Prozent und Paulson mit 6,2 Prozent.

An der Börse wurde das Angebot der Amerikaner mit Begeisterung aufgenommen. Die Leica-Titel legten bereits zu Handlesbeginn um 10 Prozent auf 500 Franken zu. Bis am Nachmittag lag der Wert mit 507 Franken um 11,7 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag.

Analysten werteten das Angebot als fair. Fragezeichen wurden aber etwa bezüglich der industriellen Logik gesetzt. Dies auch im Zusammenhang mit dem Kauf von Leica Microsystems, einem Hersteller von optischen Präzisionssystemen.

Kein Kommentar von Hexagon

Hexagon wollte die Gegenofferte am Dienstag nicht kommentieren. Gemäss Fahrplan startet Hexagon die Angebotsfrist am 9. August. Auf den 3. August ist die Publikation des Quartalsberichts geplant. Die Offerte von Danaher soll ab 11. August laufen.

(sda)

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