Drohnen: Kampfeinsatz fürs Gemüse
Aktualisiert

DrohnenKampfeinsatz fürs Gemüse

Ganz schön kriegerisch: Mit Hilfe von Drohnen befreien Schweizer Bauern ihre Felder von hartnäckigen Schädlingen.

von
Claudia Hoffmann
Der Multikopter wirft Kapseln über einem Maisfeld ab.

Der Multikopter wirft Kapseln über einem Maisfeld ab.

Drohnen werden längst nicht mehr nur im Krieg eingesetzt: Die kleinen unbemannten Fluggeräte erobern auch immer mehr zivile Bereiche. Sogar in der Landwirtschaft sind sie schon im Einsatz – seit letztem Jahr auch in der Schweiz. Sie unterstützen Bauern beim Kampf gegen den Maiszünsler, einen berüchtigten Schädling in Maisfeldern. Bekämpfen lässt er sich mit Hilfe seines Fressfeindes, der Schlupfwespe Trichogramma. Deren Eier werden in kleinen Kapseln verpackt über die Felder verteilt.

Bisher geschah das von Hand – eine mühselige und zeitraubende Arbeit. Neu übernimmt dies ein autonomer Multikopter, den die Agrartechnikerin Nicole Berger gemeinsam mit dem Samenhersteller UFA entwickelt hat. Das Gerät fliegt in GPS-gesteuerten Bahnen über das Feld und wirft alle sieben Meter automatisch eine Kapsel ab. «Das geht schneller und präziser als von Hand», sagt Berger. Vergangenes Jahr wurden bereits 150 Hektar Mais so behandelt, dieses Jahr sollen es mehr werden.

In Ländern mit sehr grossen Anbauflächen wie Brasilien oder Kanada kreisen bereits Drohnen mit Spezialkameras über den Feldern. Ihre Aufnahmen zeigen, ob Pflanzen beispielsweise unter Trockenheit leiden oder Dünger benötigen. Eine vergleichbare Anwendung für die Schweiz will Berger nun an der Fachhochschule für Landwirtschaft in Zollikofen entwickeln.

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