Kampfhunde nach Attacke gegen Sanitäter getötet
Aktualisiert

Kampfhunde nach Attacke gegen Sanitäter getötet

Weil eine St. Galler Wirtin mehrfach gegen das Tierschutzgesetz verstossen hat, werden ihre zwei Pitbull-Terrier getötet. Diese hatten einen Rettungssanitäter angegriffen.

Das hat das Kreisgericht St. Gallen entschieden. Zudem muss die 57-jährige Hundehalterin 1500 Franken Busse bezahlen.

Angeklagt war die Frau wegen versuchter einfacher Körperverletzung und der mehrfachen Zuwiderhandlung gegen das Tierschutzgesetz. Die Anklage forderte eine bedingte Geldstrafe von 103 500 Franken und das Einschläfern der beiden Kampfhunde. Das Kreisgericht verhandelte den Fall am Dienstag, am Mittwoch wurde das Urteil eröffnet.

Im November 2006 wurde ein Sanitäter beim Kantonsspital von einem Pitbull-Terrier attackiert und am Oberschenkel geschnappt. Eine zweiter Hund umkreiste das Opfer, wie dieses zu Protokoll gab. Bereits zwei Monate zuvor musste die Polizei ausrücken, weil sich ein Zeitungsverträger wegen der Hunde nicht aus dem Auto traute.

Hunde in ein Tierheim gebracht

Die Wirtin gab vor Gericht zu, ihren Hund und denjenigen ihres Lebensgefährten frei herumlaufen gelassen zu haben. Dies, obschon für den Kampfhund ihres Freundes seit längerer Zeit Leinenzwang bestanden hatte. Im Februar 2007 wurden die beiden Pitbull-Terrier beschlagnahmt und in ein Tierheim gebracht. Dort sind sie seither.

Laut Anklage stellte ein Experte bei den Hunden eine potenzielle Gefahr für die Sicherheit von Menschen und Tieren fest. Der Verteidiger der Wirtin hingegen sagte, die beiden Pitbulls seien richtig gehalten und nicht gefährlich; er verlangte ein Obergutachten.

Das Gericht sprach die Frau vom Vorwurf der Körperverletzung frei. Es sprach sie jedoch der mehrfachen Zuwiderhandlung gegen das Tierschutzgesetz schuldig. Dem Antrag der Verteidigung, für die Hunde eine mildere Massnahme zu finden, kam das Gericht nicht nach: Die Pitbulls werden eingeschläfert. Die Kosten trägt die Halterin.

(sda)

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