Aktualisiert 15.08.2013 12:15

Unruhe in BadeortKampfjets in Hurghada - Tourismus läuft weiter

Bei Zusammenstössen in Ägypten wurden Hunderte getötet. Offenbar gibts auch Opfer in Hurghada. Reiseveranstalter und das EDA warnen trotzdem nicht vor Ferien am Roten Meer.

von
sut

Obwohl sich in Ägypten zurzeit dramatische Szenen rund um die blutigen Zusammenstösse mit Hunderten von Toten abspielen, machen immer noch mehrere Hundert Schweizer Ferien am Roten Meer.

Das EDA hat mittlerweile seine Reisehinweise für das Land erneut angepasst und rät, «Reisen auf die Badeorte am Roten Meer» zu beschränken. Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen in die übrigen Landesteile wird abgeraten.

Doch auch der Badeort Hurghada bleibt vor den Unruhen nicht verschont. Gemäss Medienberichten kam es in der Nacht zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen der Polizei und Anhängern der Muslimbrüder. Dabei wurde ein Demonstrant getötet.

Eine 20-Minuten-Leser-Reporterin berichtet, dass seit gestern Mittwoch zahlreiche Kampfjets über den Badeort Hurghada fliegen.

Andere Touristen berichten von abgesagten Ausflügen. Offenbar wird empfohlen, die Hotelanlagen nicht zu verlassen.

Gewohnter Service in den Hotels

Reiseveranstalter hingegen sehen keinen Handlungsbedarf. «Aus touristischer Sicht hat sich nichts geändert – bereits seit Anfang Juli rät das EDA etwa vor Nilkreuzfahrten oder Aufenthalten in Kairo ab», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von Hotelplan Suisse. Im Moment befänden sich 376 Kunden am Roten Meer. Auch TUI hat rund 200 Kunden in Ägypten, bei Kuoni sind es 450. «Wir sind in engem Kontakt mit unseren Reiseleitern vor Ort – in den Badeorten sind die Zusammenstösse nicht spürbar», betont Kuoni-Sprecher Peter Brun. Die Hotels seien geöffnet und könnten den gewohnten Service bieten, die Strassen seien passierbar, Flughäfen funktionierten normal. «Die Feriengäste bleiben sowieso in den Hotelanlagen, da die Resorts in Hurghada ausserhalb der Stadt liegen – aber auch wir verzichten zurzeit auf Exkursionen», so Brun.

Da die weitere Entwicklung der Lage im Land nicht absehbar sei, könne man bei einer Veränderung der Reisehinweise sofort Massnahmen ergreifen. «Aber solange das EDA nicht auch von Badeferien am Roten Meer abrät, müssen wir keine Touristen nach Hause holen», so Huguenin.

Umbuchen nur gegen Gebühren

Die aktuelle Situation wirkt sich dennoch auf den Reisemarkt aus: «Der Buchungseingang für Ägypten ist sehr zurückhaltend. Die Kunden weichen oft auf andere Orte aus», sagt TUI-Sprecher Roland Schmid. Bei Kuoni reagierte man darauf, indem einzelne Flugzeuge umdisponiert wurden: «Da die Nachfrage auch für den Herbst tiefer sein wird, fliegen einige Flugzeuge nun statt Ägypten die Türkei oder die griechischen Inseln an», so Brun.

Zurzeit jedoch können besorgte oder beunruhigte Touristen ihre Ferien nicht einfach so umbuchen oder annullieren. Solange sich die Situation nicht verschärfe, gälten die normalen Bedingungen, heisst es.

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