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Gripen-KonkurrenzKampfjets werden immer günstiger

Fast im Monatsrhythmus flattern Bundesrat Ueli Maurer neue Angebote der Gripen-Konkurrenten ins Haus. Bislang ohne Konsequenzen. Doch jetzt soll auf eine Offerte von Dassault reagiert werden.

von
oku

Keine Woche vergeht, ohne dass Verteidigungsminister Ueli Maurer nicht erneut unter Beschuss ist in Sachen Kampfjetbeschaffung. Bislang hat er sich resistent gegen alle Vorbehalte und Kritik gezeigt. Doch nun muss er sich erneut mit der Entscheidung auseinandersetzen. Der Grund: Ein Brief des französischen Jet-Herstellers Dassault.

Kerninhalt des Schreibens: «Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit auf realistische alternative Lösungen lenken, welche den Budgetzwängen der Eidgenossenschaft Rechnung tragen und kein technisches, finanzielles, zeitliches oder politisches Risiko bergen.»

Mehrere Varianten

Im weiteren Teil folgt sogar eine konkrete Offerte: «Wir sind in der Lage, Ihnen ein solides Angebot für 22 Flugzeuge zu unterbreiten mit einem Budget nahe bei 3,126 Milliarden Franken», so der Wortlaut laut der «SonntagsZeitung». Dies beinhalte sogar Ausbildung und Bewaffnung.

Dassault bietet darüber hinaus auch eine Variante mit 18 Flugzeugen für 2,9 Milliarden Franken an. Die Franzosen machen noch ein zusätzliches Angebot mit 12 Flugzeugen für 2,2 Milliarden Franken, die «eine vergleichbare operationale Effizienz wie 22 Gripen» haben soll. Gezeichnet ist er von Eric Trappier, dem Präsidenten von Rafale International.

Auf die Anfrage werde geantwortet

Bislang hat der Bundesrat jeweils ins Feld geführt, dass die Gripen-Alternativen deutlich teurer seien. Doch es scheint massiv Bewegung in den Markt gekommen zu sein. Mit dem Brief reagiert Dassault auch auf die Kritik, die in den Sicherheitskommissionen (SIK) der Räte geäussert wurde. Dort wird die Beschaffung des Gripen als grosses Risiko betrachtet, wie die Subkommission der nationalrätlichen SIK Mitte August bemängelte.

Im Juni verlangte auch der dritte Anbieter EADS, Hersteller des Eurofighters, eine neue Offertenrunde. EADS bietet inzwischen 16 Flugzeuge für 2,2 Milliarden oder 33 Occasions-Jets für 3,2 Milliarden.

Wie wird die Landesregierung auf den Brief von Dassault reagieren? Noch habe sich der Bundesrat nicht damit befasst, erklärt Bundesratssprecher André Simonazzi gegenüber «Zentralschweiz am Sonntag». Er verspricht aber, dass Dassault eine Antwort erhalten wird. Unklar sei, von wem. Nur so viel stehe fest: Das Departement von Ueli Maurer wird das Schreiben nicht aufsetzen.

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