Hallenbadnot in Basel: Kampfschwimmen oder gar nicht schwimmen
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Hallenbadnot in BaselKampfschwimmen oder gar nicht schwimmen

Auf der Erlenmatt wird kein Hallenbad gebaut. Damit bleibt den Baslern im Winter einzig das Rialto, dessen Bahnen eine chronisch überfüllte Kampfzone sind.

von
lha
Hier und nur hier können die Basler in der kalten Jahreshälfte schwimmen gehen. Wen wunderts, dass das Hallenbad Rialto chronisch überfüllt ist.

Hier und nur hier können die Basler in der kalten Jahreshälfte schwimmen gehen. Wen wunderts, dass das Hallenbad Rialto chronisch überfüllt ist.

Basler schwimmen gerne und gut. Im Sommer springen sie zu Tausenden in den Rhein und füllen die Bahnen der städtischen Gartenbäder. Aber im Winter? Dann steht ihnen ein einziges 25-Meter-Becken zur Verfügung. Das Rialto beim Heuwaageviadukt ist seit Langem das einzige öffentliche Hallenbad der Stadt. Es ist eine Kampfzone. Schwimmer brauchen dort starke Nerven und müssen einstecken können. Kein Wunder, kämpfen Schwimmvereine, das Sportamt und Politiker seit Jahren für mehr Indoor-Wasserflächen. Vergebens.

Wie die «Basellandschaftliche Zeitung » am Freitag berichtete, haben sich gerade alle Hoffnungen auf ein zweites städtisches Hallenbad im Erlenmatt-Quartier zerschlagen. Der Kanton hat der Stiftung Habitat eine Absage erteilt, obwohl dem Projekt anfänglich eine gute Machbarkeit attestiert wurde. «Aufgrund der unsicheren Finanzperspektiven und der hohen anstehenden Gesamtinvestitionen hat der Regierungsrat beschlossen, auf das Projekt Hallenbad Erlenmatt zu verzichten», heisst es in einem Schreiben, das die Stifttung von Immobilien Basel-Stadt erhalten hat.

Bedauern beim Sportamt

Die Enttäuschung über die Absage ist gross - auch beim Basler Sportamt. «Wir waren enthusiastisch», sagt Leiter Peter Howald gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung». Er spürt seit Jahren den Druck der Schwimmer, die sich über fehlende Trainingsinfrastruktur beklagen. Wenn es nach ihm ginge, würde man schon lange ein 50-Meter-Hallenbad bauen. Allerdings ist er sich auch der hohen Kosten bewusst, die der Betrieb einer solchen Anlage mit sich bringt.

Daran scheiterten bis dato letztlich alle Bemühungen in diese Richtung. Zahlreiche politischen Vorstösse versandeten deswegen in der Vergangenheit. Zuletzt wurde auch das Angebot des Pratteler Erlebnisbads Aquabasilea begraben, dort gemeinsam mit dem Baselbiet ein Olympiabecken zu realisieren.

Hoffnungen auf Ballonhalle

Ein letzter Strohhalm bleibt den Basler Schwimmern noch. Im Rahmen der Sanierung der Kunsteisbahn Eglisee soll das 50-Meter-Becken des dortigen Gartenbads im Winter 2015 mit einer Traglufthalle überdacht werden. Der nötige Baukredit wurde vom Grossen Rat aber noch nicht abgesegnet. Bis dahin bleibt den Basler Wasserratten im Winter nur der Gang in die Kampfzone Rialto oder die Flucht aufs Land. Aber auch in Muttenz oder Liestal herrscht mehrheitlich Dichtestress auf den Schwimmbahnen.

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