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Kampusch hat Foto vom Sarg ihres Entführers im Handy

Die jahrelang in einem Kellerverschlag gefangen gehaltene Natascha Kampusch hat nach Angaben der Mutter stets ein Souvenir ihres Entführers bei sich.

«Wahrscheinlich, um das alles zu verstehen», sagte Brigitta Sirny-Kampusch der Zeitschrift «Revue», die sie um eine Erklärung für das merkwürdig anmutendende Erinnerungsbild bat. Und dies sei nicht das einzige Souvenir. Ihre Tochter habe auch Kleidung aus den Jahren ihrer Gefangenschaft behalten. «Dreimal habe ich sie gewaschen und gebügelt, und sie hat immer noch so modrig gerochen», wird die Mutter zitiert. Das sei grauenvoll für sie gewesen. «Aber es sind ihre persönlichen Sachen, Erinnerung an die Hälfte ihres Lebens.»

Was genau in den achteinhalb Jahren der Gefangenschaft passiert sei, hat die Mutter ihre Tochter nach eigenen Angaben nie gefragt. «Wenn sie etwas erzählen will, kann sie es tun, aber sie muss es nicht», sagte Sirny-Kampusch, die gerade ein Buch über die Jahre ohne Natascha geschrieben hat. Zu der verlorenen Zeit gehörten auch die Jahre der Schulmeisterei und Sätze wie 'Geh ordentlich, sitz gerade oder nimm beide Hände beim Essen.' «Das kann ich jetzt nicht mehr zu ihr sagen, aber manchmal rutscht es doch raus», sagte die Mutter.

Die Österreicherin Natascha Kampusch war als Zehnjährige im März 1998 auf dem Schulweg entführt und achteinhalb Jahre in einem Kellerverlies gefangen gehalten worden. Am 23. August 2006 entkam sie in einem unbeobachteten Moment. Ihr Peiniger nahm sich unmittelbar danach das Leben. (dapd)

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