Kanada-Coach Andy Murray: «Die Schweiz ist Favorit»
Aktualisiert

Kanada-Coach Andy Murray: «Die Schweiz ist Favorit»

Kanadas Headcoach Andy Murray kennt das Schweizer Eishockey ausgezeichnet. Dass seine Spieler heute ihren Viertelfinalgegner unterschätzen, ist demnach völlig auszuschliessen.

Er gilt als clever. Und er ist, ähnlich wie der Bündner Eishockey-Lehrmeister Arno Del Curto, ein glänzender Motivator, der für seinen Beruf lebt. Wenn Andy Murray eine Mannschaft coacht, dann wissen die Angestellten, worum es geht. Und dass er sich im Gegensatz zu vielen sogenannten nordamerikanischen Koryphäen an der Bande auch in Europa bestens auskennt, macht den kanadischen Trainer speziell wertvoll. Nicht zuletzt dank seinen Fähigkeiten und Branchenkenntnissen wurde Team Canada 1997 und 2003 zweimal in Finnland Weltmeister.

Murray weiss auch genau, was in der Schweiz «on the ice» und daneben passiert. Schliesslich stürmte sein Sohn Brady bei den Lakers. Der Daddy hat ein dichtes Netzwerk aufgebaut. Die NLA-Erfahrungen (Kloten, ZSC, Zug und Lugano) und jene vom Spengler Cup haben ihm geholfen. Es gab auch schmerzliche Trennungen mit den Klubs. Die Entlassung in der Resega hat ihn besonders getroffen. Jetzt hat er einen Job bei den St. Louis Blues und betreut die Ahornblätter im Nebenamt – man stelle sich so eine Unverschämtheit beim SEHV vor. Murray sagt vor dem Viertelfinal augenzwinkernd: «Die Schweiz ist Favorit.» Weil die Kanadier in Turin 2006 0:2 verloren. Schön wärs.

Florian A. Lehmann, Moskau

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