Kanada wählt
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Kanada wählt

Die Kanadier wählen am Montag ein neues Parlament. Dabei erwarten Beobachter einen Machtwechsel: In Umfragen lagen die oppositionellen Konservativen von Stephen Harper in Führung.

Ihnen werden demnach gute Chancen eingeräumt, die Liberalen von Ministerpräsident Paul Martin nach 13 Jahren Regierungszeit abzulösen. Martins Minderheitsregierung stürzte im November über ein Misstrauensvotum in der Folge eines Korruptionsskandals, der 67-Jährige musste daraufhin die vorgezogene Neuwahl anberaumen.

Der 46-jährige Harper tritt für engere Beziehungen zu den USA ein. Ausserdem ist er ein Gegner des Kyoto-Protokolls. Unter Anspielung auf das soziale Netz bezeichnete er Kanada einmal als «nordeuropäischen Wohlfahrtsstaat». Er versprach im Fall seines Wahlsiegs eine Politik ohne Skandale. Zum Programm der Konservativen zählt darüber hinaus eine Senkung der Mehrwertsteuer von sieben auf fünf Prozent, mehr Geld für Familien mit kleinen Kindern, eine schärfere Verbrechensbekämpfung und höhere Verteidigungsausgaben.

Die Liberalen verweisen unter anderem auf wirtschaftliche Erfolge: Seit acht Jahren in Folge kann die Regierung Haushaltsüberschüsse präsentieren. In diesem Jahr lag das Plus bei elf Milliarden kanadischen Dollar (7,95 Milliarden Euro), die Arbeitslosigkeit lag im November bei 6,4 Prozent, dem niedrigsten Wert seit 31 Jahren. Ausserdem machten sie den Weg frei für die gleichgeschlechtliche Ehe. Im Wahlkampf versuchten sie unter anderem mit einem Verbot von Handfeuerwaffen, Steuererleichterungen für Familien mit geringem und mittlerem Einkommen und Verbesserungen im gesetzlichen Gesundheitswesen zu punkten. (dapd)

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