Aktualisiert 29.12.2019 00:27

Spengler-CupDavos zockt sich in eine 1:5-Niederlage

Nach der deutlichen Klatsche gegen das Team Canada muss der HC Davos am Sonntag um 15.10 Uhr zum Viertelfinalspiel gegen TPS Turku antreten.

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mal
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Die Kanadier gehen früh in Führung: Andrew MacDonald trifft in der 3. Minute zum 1:0.

Die Kanadier gehen früh in Führung: Andrew MacDonald trifft in der 3. Minute zum 1:0.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Insgesamt fünf Mal können die Nordamerikaner jubeln. Hier feiert Eric Fehr seinen Treffer zum 3:0.

Insgesamt fünf Mal können die Nordamerikaner jubeln. Hier feiert Eric Fehr seinen Treffer zum 3:0.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Die Bündner können selten mit dem Team Canada mithalten - immerhin erzielen sie in der 45. Minute den Ehrentreffer zum 1:5.

Die Bündner können selten mit dem Team Canada mithalten - immerhin erzielen sie in der 45. Minute den Ehrentreffer zum 1:5.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Davos - Team Canada. Eigentlich jeweils der grosse Klassiker am Spengler-Cup. Doch damit hatte diese Partie nicht viel zu tun. Die Bündner traten mit einem Rumpfteam an. Ohne die verletzten Perttu Lindgren, Thierry Bader, Dino Wieser und Claude Paschoud. Ohne die an einem Magen-Darm-Virus erkrankten Fabrice Herzog und Dario Meyer. Ohne die drei Verstärkungsspieler Harri Pesonen, Casey Wellman und Danny Kristo, die vertraglich bedingt maximal vier Spiele am Turnier bestreiten dürfen. Und ohne die drei eigenen Söldner Magnus Nygren, Mattias Tedenby und Aaron Palushaj, die der HCD freiwillig schonte. Davos spielte gegen Kanada mit gerade mal einem Ausländer (Otso Rantakari) und brachte lediglich drei komplette Blöcke aufs Eis!

Doch was soll das? Weshalb schickt der HCD an seinem Heimturnier eine nicht konkurrenzfähige Mannschaft ins Spiel? Ganz einfach: Die Bündner sind unter die Zocker gegangen und Sportchef Raeto Raffainer gibt dies gegenüber Tamedia auch offen zu. Um einem Viertelfinalspiel zu entgehen und als Gruppensieger direkt in den Halbfinal einzuziehen, hätte der HCD das Team Canada mit vier Toren Unterschied besiegen müssen. Dies zu schaffen, wäre auch in Bestbesetzung ziemlich unrealistisch.

Mit ausgeruhtem Trio und drei Verstärkungen

Und so entschieden sich die Bündner eben, den Fokus vorzeitig auf den Viertelfinal zu legen und sich auf die Partie gegen Turku zu konzentrieren. Mit dem ausgeruhten Trio Nygren, Tedenby, Palushaj. Mit den drei Verstärkungsspielern Pesonen, Wellman und Kristo, die im Idealfall nun bis zum Final durchspielen könnten. Mit einer Mannschaft, die mit dem höchstmöglichen Energielevel die K.o.-Spiele angehen kann. So soll Turku ausgeschaltet werden und danach würde dann ja nur noch ein weiterer Sieg fehlen und der HCD steht plötzlich im Final und spielt um den Turniersieg.

Geht dieser Poker tatsächlich auf, haben Raffainer und sein Trainer Christian Wohlwend alles richtig gemacht und sich fast schon die Ehrenmitgliedschaft beim HC Davos verdient. Auch wenn an diesem Samstagabend wohl einige Zuschauer und Sponsoren verärgert wurden, die sich auf eine spektakuläre Partie zwischen Davos und dem Team Canada gefreut hatten.

Es drohen unangenehme Gespräche

Scheidet Davos am Sonntag jedoch gegen Turku aus dem Turnier aus, dann hat sich der HCD komplett verzockt und es dürften Raffainer noch einige unangenehme Meetings mit dem Spengler-Cup-OK bevorstehen. In diesem Fall wäre der erste Auftritt am Heimturnier mit der neuen sportlichen Crew vollends in die Hosen gegangen. Diese Ausgangslage bringt zusätzliche Brisanz in die Viertelfinal-Begegnung gegen TPS Turku.

Die Geschichte im letzten Gruppenspiel der Davoser ist dagegen rasch erzählt. Nach noch nicht einmal 4 Minuten führte das Team Canada mit 2:0, bis zur 38. Minute erspielten sie sich eine 5:0-Führung, am Ende resultierte ein 5:1, weil sich die Kanadier gnädig zeigten und drei Gänge zurückschalteten. Die Zuschauer haben sich am Spengler-Cup schon besser amüsiert. Beispielsweise an den Spielen des HC Ambri-Piotta.

Team Canada - Davos 5:1 (2:0, 3:0, 0:1)

6300 Zuschauer (ausverkauft). SR Hebeisen (21. Stricker)/Romasko (SUI/RUS), Nikulainen/Progin (FIN/SUI)Tore: 3. MacDonald (Grant, Upshall) 1:0. 4. Jeffrey (Jooris, Maione) 2:0. 28. Fehr (Winnik, Wiercioch) 3:0. 31. Clark (Versteeg) 4:0. 38. Grant (DiDomenico, Maxwell) 5:0. 45. Hischier (Rantakari, Corvi/Ausschluss Upshall) 5:1.Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Team Canada, 4-mal 2 Minuten gegen Davos.Davos: Van Pottelberghe; Du Bois, Jung, Rantakari, Guerra; Stoop, Heynen; Barandun; Marc Wieser, Corvi, Hischier; Ambühl, Baumgartner, Kessler; Frehner, Marc Aeschlimann, Kienzle.Team Canada: Tomkins; MacDonald, Noreau; Postma, Maione; Mitchell, Ross; Grant, Wiercioch; Fehr, Winnik, Jooris; Versteeg, Jeffrey, Clark; Riley, Maxwell, DiDomenico; Tambellini, Danforth, Upshall.Bemerkungen: Davos ohne Bader, Paschoud, Lindgren und Dino Wieser (alle verletzt), Herzog, Meyer (beide krank), Wellman, Kristo, Pesonen, Palushaj, Tedenby und Nygren (alle geschont). - Pfosten: 26. Riley.

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