Asbestos: Kanadische Stadt will nicht mehr Asbest heissen
Publiziert

AsbestosKanadische Stadt will nicht mehr Asbest heissen

Die Stadt Asbestos in Kanada will einen neuen Namen. Die Bezeichnung nach dem gesundheitsschädigenden Dämmstoff sei wirtschaftsschädigend.

von
Nicolas Saameli
1 / 3
Beschauliches Städtchen: Asbestos in Kanada.

Beschauliches Städtchen: Asbestos in Kanada.

Google Street View
Asbest hatte 2011 7096 Einwohner.

Asbest hatte 2011 7096 Einwohner.

Wikipedia
Asbestos war eines der grössten Asbest-Abbaugebiete der Welt.

Asbestos war eines der grössten Asbest-Abbaugebiete der Welt.

Wikipedia

Darum gehts

  • Die Stadt Asbest in Kanada heisst jetzt «Tal der Quellen».

  • Das hat die Bevölkerung in einer Referendums-Abstimmung entschieden.

  • Knapp die Hälfte der Bevölkerung war dagegen.

Jahrzehntelang war die Stadt Asbest in der kanadischen Provinz Quebec eines der wichtigsten Fördergebiete für – Sie erraten es – Asbest. Irgendwann stellte man dann aber fest, dass Asbest nicht nur ein grossartiger Dämmstoff ist, sondern halt auch Lungenkrebs auslöst. Das Material wurde in vielen Ländern weltweit verboten und die Stadt Asbest blieb auf einem Namen hängen, der in Verruf geraten war.

Jetzt heisst Asbest neu Val-des-Sources (Tal der Quellen). Das hat die Bevölkerung des in der französischsprachigen Region Quebec liegenden Ortes am Montag entschieden, wie die Stadt auf ihrer Website mitteilt. Insbesondere wirtschaftliche Gründe sollen dazu den Ausschlag gegeben haben: In den vergangenen Jahren hatten mehrere Unternehmen eine Investition in Asbest abgelehnt, weil sie wegen des Namens Reputationsschäden befürchteten.

51.5 Prozent der 2796 Stimmberechtigten haben demnach für den Namenswechsel gestimmt. Es gab aber auch Widerstand dagegen. Auf Facebook schreibt etwa ein User: «Mich hat der Name Asbest immer an meine verstorbenen Grosseltern erinnert.» Andere finden, für sie würde Asbest trotz des Namenswechsels «immer Asbest bleiben».

Deine Meinung

10 Kommentare