Aktualisiert 14.01.2020 21:57

FernsehenKandidat Christian war in zwei TV-Shows gleichzeitig

Sowohl in einer Wohn- als auch in einer Dinnershow trat Christian Dür am Samstag auf. Dabei hatte er extra zehn Jahre pausiert.

von
B. Zanni

Christian Dür war am Samstag gleich in zwei TV-Shows zu sehen. (Video: SRF/Tele Züri)

Gleich einen Doppelauftritt legte Christian Dür aus Egg im Kanton Zürich am letzten Samstag im Fernsehen hin: ab 18.30 Uhr flimmerte er als kritischer Gast in der Sendung «Swissdinner» von CH Media stündlich über den Bildschirm. Gleichzeitig schlenderte der Grafiker zur Primetime in der SRF-Sendung «Wer wohnt wo?» durch Wohnungen und versuchte, das Zuhause seiner Mitkandidaten zu erraten (siehe Video).

In der Kochsendung verteilte der 57-Jährige seiner Gastgeberin drei von sechs Punkten. «Das war für mich ein Menü, das ich mir über den Mittag schnell herunterschlinge», lautete sein Kommentar. Selber räumte er in der Wohn-Show ab. Er hatte alle fünf Wohnungen den richtigen Kandidaten zugeordnet.

«Leute, die jede TV-Produktion bereichern»

Vielen Zuschauern fiel der Doppelauftritt auf. Der satirische TV-Rückblick Zappin' nahm Dür sogar auf die Schippe mit den Worten: «Aus der Kategorie ‹Leute, die jede TV-Produktion bereichern›: Hier kommt Christian!» Dass Dür gleich zwei Fernsehauftritte gleichzeitig hatte, ist aber purer Zufall. Anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums von «Swissdinner» strahlte der Sender eine Wiederholung der ersten Folge aus. Zeitgleich zeigte das SRF die im Oktober gedrehte Show «Wer wohnt wo?».

«Weil meine Teilnahme bei Swissdinner zehn Jahre zurücklag, fand ich, dass genug Zeit vergangen ist, um mal wieder bei einer Show mitzumachen», sagt Dür zu 20 Minuten. Dass die Wiederholung am selben Tag ausgestrahlt würde wie die Wohnsendung hätte er nicht gedacht. «Ich merkte es erst, als meine ehemalige Swissdinner-Kollegin schrieb: ‹Hey, hast du gesehen, wir sind wieder im Fernsehen?›»

«Ich bin mit meinem Job verheiratet»

Am Montag hätten ihn wegen der Sendungen viele wildfremde Leute beim Einkaufen angehauen, so Dür. «Ich habe mir deshalb gar überlegt, nicht mehr in meinem Dorf einkaufen zu gehen», sagt er schmunzelnd. In den Shows habe er nicht teilgenommen, weil er berühmt werden wolle. «Ich bin mit meinem Job verheiratet und mag etwas Abwechslung.», sagt der Inhaber einer Kommunikationsagentur. Ein TV-Dreh sei eine spannende Erfahrung. «Man ist mit Leuten unterwegs, die man vorher nie sah, und sieht, wie eine Sendung produziert wird.» Zudem habe er mit den Fernsehcrews immer grossen Spass gehabt.

Der Single und Vater eines siebenjährigen Sohns wohnt in einem umgebauten Bauernhaus – «alleine auf dem Berg», wie er sagt. Dazu zählen drei Geissen und ein grosser Garten. «Einmal in der Woche kommt mein Sohn mit seinem Bruder vorbei.» Sein aussergewöhnliches Zuhause habe sich für die Wohnshow geradezu angeboten. «Für die Sendung suchen sie ja immer wieder geeignete Kandidaten. Jemanden mit einem Haus wie meinem aufzutreiben, ist schwierig.»

«Der Style muss passen»

Nicht so schnell öffnen würde er hingegen sein Zuhause einer Partnerin. «Wenn man ein solches Haus und eine solche Einrichtung hat, kann nicht jemand mit irgendeinem Möbel dazukommen. Der Style muss passen», sagt er. Er sei zu kompliziert, um mit jemandem zusammenzuleben, sagt er lachend.

Am nächsten Samstag, dem zweiten Teil von «Swissdinner», steht Dür nochmals im Rampenlicht. Dann ist er als Gastgeber mit Kochen an der Reihe. Wenn die wiederholten Folgen vorbei sind, treffen die Zuschauer lange auf keine Show mehr mit ihm. Für die nächsten zehn Jahre wolle er mit Castingshows wieder pausieren, sagt Dür. «Zu einem Filmangebot würde ich aber ja sagen. Mal in einem Film eine grosse Rolle zu spielen, fände ich lässig.»

Bekannte Gesichter in Shows

Dass in TV-Shows bekannte Gesichter auftauchen, kam auch schon früher vor. Der Berner Beno Anderegg suchte nicht nur in Kuppelshows wie «Liebesglück im Osten» oder «Swissdate» nach der grossen Liebe. Er trat auch in Quizshows wie «1 gegen 100» auf oder bekochte Gäste bei «Swiss Dinner».

Doppelbewerbungen gibt es für Shows im Unterhaltungsbereich laut SRF-Sprecherin Eva Wismer beim Schweizer Radio und Fernsehen nur sehr wenige. Den Umstand, dass Christian Dür in einer zeitgleich ausgestrahlten Sendung von CH Media zu sehen war, kommentiert das SRF nicht. «Swissdinner ist keine Sendung von SRF, zur TV-Programmierung können wir daher keine Auskunft geben.»

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