Foul entscheidet Knüller - «Kann damit nichts anfangen» – FCB-Frust nach Platzverweis gegen YB
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Foul entscheidet Knüller«Kann damit nichts anfangen» – FCB-Frust nach Platzverweis gegen YB

Der FC Basel zeigt auswärts in Bern eine gute Partie bis Verteidiger Wouter Burger nach einem Foul vom Platz fliegt. Die spielentscheidende Szene sorgt für Gesprächsstoff.

von
Lucas Werder

Dieser Platzverweis entscheidet das Verfolgerduell zwischen YB und dem FC Basel.

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Darum gehts

Patrick Rahmen ist nach der bitteren 1:3-Niederlage im Verfolgerduell gegen YB bedient. Der Basler Trainer braucht nicht lange zu überlegen, als er nach der spielentscheidenden Szene gefragt wird. In der 61. Minute läuft YB-Mittelfeldspieler Sierro vor dem Strafraum auf FCB-Verteidiger Burger auf, Schiedsrichter Schnyder entscheidet auf Foul und schickt den Niederländer mit Gelb-Rot unter die Dusche.

«Dass man da Foul pfeifen kann, o. k.» sagt Rahmen nach dem Spiel. «Aber da eine Gelbe Karte zu geben, damit kann ich nichts anfangen. Sierro sucht den Kontakt, nicht umgekehrt.» Ansonsten hätte der Schiedsrichter nicht so kleinlich gepfiffen. «Andere Leute werden das anders sehen, aber für mich ist das eine sehr harte Gelbe Karte», meinte der FCB-Trainer. In Unterzahl kassierten die Basler im Anschluss zwei Treffer innert weniger Sekunden. Rahmen: «Auch mit einem Mann weniger müssen wir das dann besser verteidigen.»

Die Enttäuschung nach der ersten Auswärtspleite in dieser Saison war bei den Baslern riesig. Besonders tief sass der Frust bei Fabian Frei. «Das war der beste Auftritt gegen YB in dieser Saison und trotzdem verlieren wir zum ersten Mal gegen sie», sagte der Mittelfeldspieler. «Da verliere ich lieber nach einer ganz schlechten und weiss dafür, dass wir es selber vergeben haben.»

FCB will Titel noch nicht abhaken

Eine Mitschuld an der Pleite gab sich FCB-Goalie Heinz Lindner. «Den Ball beim 1:1 muss ich halten, das ist mein Fehler», zeigte sich der Österreicher selbstkritisch. «Für den Rest der Saison bedeutet die Niederlage noch nicht allzu viel», antwortete Lindner auf die Frage, ob der Meisterzug mit nun zwölf Punkten Rückstand auf Leader FC Zürich abgefahren ist.

Auch Teamkollege Fabian Frei will den Titel noch nicht abschreiben. «Wir müssen die Meisterschaft noch nicht abhaken. Wir haben noch drei Direktduelle», sagte der stellvertretende FCB-Capitan. Und auch sein Trainer Patrick Rahmen erklärte: «Wir geben nicht auf, aber wissen, dass es sehr schwierig ist. Aktuell müssen wir aber nicht auf den FCZ schauen.»

«Grosser Sieg» für YB

Durch den Sieg im Direktduell zieht YB in der Tabelle am FCB vorbei, der Meister hat weiterhin zehn Punkte Rückstand auf den Leaderthron. Zu einem Zweikampf wollen die Berner das Rennen um den Meistertitel aber noch nicht erklären. «Wir schauen nicht nach rechts oder links, sondern nur auf uns», sagte YB-Youngster Fabian Rieder. «Ein Sieg in diesem Prestigeduell gegen den FCB gibt aber natürlich viel Selbstvertrauen, heute hatten wir vielleicht mal das Wettkampfglück auf unserer Seite.»

Von einem «ganz grossen Sieg» sprach YB-Trainer David Wagner. Nach den zahlreichen Verletzungen rückten für das Duell gegen den FCB sogar gleich zwei Spiele ins Kader, die am Vortag noch beim Testspiel der Berner U-21 auf dem Platz gestanden waren. «Ich bin nicht mal sicher, ob alle Spieler ihre Namen kannten», scherzte Wagner. 

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