Aktualisiert 07.03.2011 19:36

Livia und Alessia

Kann der Chip Fragen beantworten?

Der US-Hersteller des Navigationsgeräts von Matthias S. soll seine Route rekonstruieren. Doch die Behörden dämpfen die Hoffnungen.

von
ann

Seit bald 40 Tagen fehlt von den Zwillingen Livia und Alessia jede Spur. Doch nun ist neue Hoffnung aufgekeimt: Am Samstag hat die Suche im Schotter der Geleise von Cerignola in Italien, wo sich der Vater der beiden am 3. Februar das Leben nahm, den Chip des Navis zu Tage gefördert. Damit könnte der Weg, den Matthias S. während seiner viertägigen Irrfahrt zurückgelegt hat, rekonstruiert werden.

Der Chip ist derzeit auf dem Weg in die USA, wo ihn Spezialisten der Herstellerfirma Garmin analysieren sollen. Am Hauptsitz in Kansas City will man nicht sagen, ob dem Chip tatsächlich Informationen entnommen werden können. «Alles hängt davon ab, welches Modell Matthias S. hatte und wie er es aufgesetzt hat», sagt Mediensprecher Ted Gartner. Je nachdem sei es tatsächlich möglich, eine gefahrene Route einem Chip zu entnehmen. «Aber ich will niemandem Hoffnung machen, wo es vielleicht keine gibt», erkärt Gartner. Auch auf die Frage, wie lange die Spezialisten für die Auswertung brauchen, will der Mediensprecher keine Auskunft geben. «Ich weiss es einfach nicht», sagt Gartner.

Polizei hofft auf Hinweis

Derweil wertet die Polizei Zeugenaussagen und Hinsweise aus. Zwei Personen wollen die Mädchen und den Vater am 30 Januar in Genf gesehen haben. Die Polizei hält die Aussagen für glaubhaft, da beide Zeugen sowohl die Mädchen wie auch den Vater und den schwarzen Audi gesehen haben.

Ein Bündel von Hinweisen deutet zudem darauf hin, dass Matthias S. am Abend desselben Tages in der Region Montélimar gegessen und vielleicht sogar übernachtet hat. Die Polizei hat darum bereits am Freitag alle Restaurants, Hotels und Gäste aufgerufen sich an jene Nacht zurückzuerinnern. Wer sich an S. oder sein Auto erinnern kann, soll sich bei der nächsten Polizeistation melden.

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