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Kann der Mensch Eier ausbrüten?

Der menschliche Brütversuch mit Hühnereiern für die ProSieben-Sendung «Galileo», das «Eggsperiment», ist drei Tage vor dem Schlüpftermin abgebrochen worden.

«Der Mensch als Henne ist nach 18 Tagen überfordert», erklärte der Sender am Montag in München. «Die menschlichen Brüter können auch mit technischen Hilfsmitteln nicht die notwendigen Rahmenbedingungen für das letzte Brutstadium schaffen.»

Dem Team gelinge es nicht, die notwendige Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent sowie die richtige Temperatur herzustellen. Um das Leben der Embryo-Küken nicht zu gefährden, seien die fünf angebrüteten Eier auf eine Brütintensivstation verlegt worden. ProSieben zitierte die Tierärztin Andrea Hollmann: «Der Brutkasten ist notwendig, um den Schlupf der Küken nicht zu gefährden.»

Der Versuch soll die Frage beantworten «Kann ein Mensch überhaupt ein Ei ausbrüten?» Am 19. Oktober hatten die 25-jährige Grafik-Designerin Nicole Hackbart, die 26 Jahre alte Germanistik-Studentin Tina Pioszczyk und der 27-jährige Student Alexander Wenta begonnen, in Acht-Stunden-Schichten zehn befruchtete Eier am Körper zu tragen, und zwar rund um die Uhr. Eine eigens dafür entwickelte Eiertasche sorge für optimale Brutbedingungen, hiess es. Nach 21 Tage sollen die Küken schlüpfen.

«Ich bange um die Küken-Embryos, als seien es gute Freunde von mir», sagte Tina Pioszczyk. «Als ich bei Schichtwechsel das leere Bett sah, hatte ich solche Angst, dass den Eiern etwas passiert ist. Ich konnte es anfangs gar nicht fassen. Ich hoffe, dass wir so das Leben der Embryos retten können.» In Acht-Stunden-Schichten werden die Brüter weiter über die Küken wachen.

Die Zuschauer können das Experiment im Internet und täglich bei ProSieben mitverfolgen. Das grosse Finale ist für Mittwoch ab 19.00 Uhr geplant.

(dapd)

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