Lieber Phil Geld: Kann ich das Leasing vorzeitig kündigen?
Aktualisiert

Lieber Phil GeldKann ich das Leasing vorzeitig kündigen?

Jerome (27) steckt in einem finanziellen Engpass und möchte sein geleastes Auto möglichst schnell loswerden. Das ist gar nicht so einfach!

Wird der Leasingvertrag vorzeitig beendet, ist der Wertverlust mit den ordentlichen Leasingraten nicht abgegolten.

Wird der Leasingvertrag vorzeitig beendet, ist der Wertverlust mit den ordentlichen Leasingraten nicht abgegolten.

Lieber Phil Geld

Ich kann mir mein geleastes Auto nicht mehr leisten, muss aber die Kündigungsfrist einhalten. Jetzt habe ich mir überlegt, das Auto weiterzuvermieten. Ein Arbeitskollege würde es übernehmen. Geht das?

Lieber Jerome

Die allermeisten Leasingverträge verbieten es, das Auto Dritten zu überlassen. Eine Untervermietung des Fahrzeugs ist darum auch nicht zulässig. Autoleasing-Verträge haben in der Regel eine vierjährige Dauer. Das Gesetz sieht vor, dass der Vertrag alle drei Monate vorzeitig gekündigt werden kann, und zwar auf Monatsende. Pro Jahr gibt es also vier Kündigungstermine. Das Kündigungsschreiben muss 30 Tage vor Ende der jeweiligen Leasingperiode bei der Leasingfirma eingehen.

Der Haken dabei ist jedoch der Wertverlust des Autos. Dieser wird in den Leasingverträgen mit einem fixen Betrag über die ganze Vertragsdauer abgeschrieben. Am Anfang verliert das Auto jedoch weit schneller an Wert. Wird der Leasingvertrag vorzeitig beendet, ist der Wertverlust mit den ordentlichen Leasingraten nicht abgegolten. Die Differenz der Abschreibung muss dann durch den vorzeitig aus dem Vertrag zurücktretenden Leasingnehmer ausgeglichen werden. Das kann massiv ins Geld gehen. In jedem Leasingvertrag gibt es eine Amortisationstabelle, die über die Zuschläge bei vorzeitiger Auflösung informiert. Je länger der Vertrag schon gedauert hat, desto tiefer wird die Nachzahlung.

Es kann sich lohnen, die Amortisationstabelle einer Fachperson zur Prüfung vorzulegen. Das Bundesgericht hat nämlich entschieden, dass eine Tabelle ungültig ist, wenn der Ausstieg aus dem Vertrag teurer wird als die normale Fortführung. In einem solchen Fall wäre der gesamte Vertrag ungültig und du könntest sogar ohne Nachzahlung aussteigen.

Günstiger und einfacher als sich teuer auszukaufen ist der so genannnte Übertrag: Einzelne Leasinggesellschaften akzeptieren den frühzeitigen Ausstieg, wenn der Leasingnehmer einen «Nachmieter» präsentiert. Dein Nach-Leasingnehmer muss allerdings den Leasingvertrag mit allen Rechten und Pflichten übernehmen. Diese Variante würde dich nur eine Bearbeitungsgebühr kosten. Erkundige dich also bei deiner Leasinggesellschaft, ob sie den Übertrag an deinen Arbeitskollegen zulässt!

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

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