Aktualisiert 14.03.2020 17:48

Coronavirus

Kann ich die Italien-Ferien noch stornieren?

Ganz Italien ist Sperrgebiet: Kann ich die Ferien noch annullieren, wenn ich aus Angst vor dem Virus nicht verreisen will? Und wann zahlt die Reiseversicherung?

von
F. Pöschl
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Wenn es um Italienferien geht, sind die Reiseanbieter kulant.

Wenn es um Italienferien geht, sind die Reiseanbieter kulant.

Keystone/Alessandro Della Valle
Denn Italien ist abgeriegelt. Die italienische Regierung weitet die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus.

Denn Italien ist abgeriegelt. Die italienische Regierung weitet die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus.

AP/Antonio Calanni
Es gelte, keine Zeit zu verlieren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Montagabend in Rom.

Es gelte, keine Zeit zu verlieren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Montagabend in Rom.

Filippo Attili / Chigi Palace pr

Ferienreisen nach Italien sind derzeit für die meisten undenkbar. «Man kann niemanden mehr mit gutem Gewissen nach Italien schicken», sagt der Touristik-Ombudsmann Franco Muff zu 20 Minuten. Das Land ist wegen der massiven Ausbreitung des Coronavirus praktisch abgeriegelt.

Was ist mit den gebuchten Ferien? Kann der Anbieter die Reise nicht durchführen, muss er sie erstatten. Er kann aber auch eine Alternative wie etwa eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt, eine andere Destination oder einen Gutschein anbieten, wie Muff weiter sagt.

Wer allerdings aus Angst vor dem Virus seine Ferien im bis jetzt weniger betroffenen Frankreich oder Spanien storniert, begeht eine einseitige Vertragsänderung und muss laut Muff die Kosten und anfallende Spesen zahlen. Muff empfiehlt darum verunsicherten Reisenden, mit den Anbietern zu sprechen und eine gemeinsame Lösung zu suchen.

Gelockerte Stornierungsbedingungen

Die Reiseanbieter zeigen sich aber meist kulant. In Zeiten, in denen Bilder von abgeriegelten Quarantäne-Hotels potenzielle Gäste verunsichern, haben viele Anbieter die Annullations- und Buchungsbedingungen gelockert. Damit wollen sie die Kunden zum Abschluss bringen. Je nach Veranstalter ist die Kulanz allerdings zeitlich beschränkt. Ausserdem kann sich das Angebot je nach Situation rasch ändern.

Reisebüros sind generell kulanter als Internetanbieter, wie Luc Vuilleumier, Präsident des Reisebüroverbands Swiss Travel Association, zu 20 Minuten sagt. «Wir werden seit Ausbruch des Coronavirus überrannt von Anfragen, weil die Kunden online keine Hilfe erhalten.»

TUI

Doch auch online findet sich Kulanz. Wenn Reisende ihren Trip aufgrund des Coronavirus nicht antreten wollen, können sie diesen bei TUI kostenlos stornieren, wie es auf der Website heisst. Das Angebot gilt für alle bis zum 18. April getätigten Buchungen der Marken TUI und Airtours und bis spätestens 14 Tage vor Abreise bis zum 30. April. Es gibt aber einige Ausnahmen. Bei bereits getätigten Buchungen oder bei Reisen mit Linienflügen gilt das Angebot beispielsweise nicht.

Booking

Bei Booking.com findet sich kein Hinweis zum Coronavirus. Wer nach Unterkünften in Mailand sucht und sich ein Angebot anschaut, bekommt stattdessen den bei Booking üblichen Hinweis, dass in den vergangenen Stunden eine bestimmte Anzahl Personen dasselbe Hotel gebucht haben. Eine Anfrage dazu an Booking wurde bis zum Abschluss des Berichts nicht beantwortet.

Airbnb

Beim Unterkunftsvermittler Airbnb können Gäste, die eine Wohnung in einer vom Coronavirus stark betroffenen Gegend gebucht haben, ohne zusätzliche Kosten stornieren. Der Gast erhält eine vollständige Rückerstattung inklusive der Gebühren, wie es auf der Website von Airbnb heisst. Das gilt auch für Gastgeber, die Gäste aus betroffenen Gegenden erwarten. Airbnb erstatte sämtliche Gebühren. Kostenlose Stornierungen sind auch in anderen Fällen möglich, etwa aufgrund von offiziellen Reisebeschränkungen oder wenn die Anreise vom Flug- oder Bodentransportanbieter gestrichen wurde. Wie lange das Angebot gilt, schreibt Airbnb nicht.

SBB

Die bei der SBB gekauften Billette nach Italien werden vollumfänglich erstattet. Die Sonderregel gilt vorderhand bis Mitte März, wie Sprecher Raffael Hirt zu 2o Minuten sagt. Anliegen zu Reisen in der Schweiz oder in andere Nachbarländer prüfe die SBB individuell.

«Zahlt meine Reiseversicherung, wenn ich nicht nach Italien reisen will?»

Epidemien oder Pandemien, wie es beim Coronavirus der Fall ist, wie auch behördliche Massnahmen und Anordnungen sind etwa bei der Allianz-Versicherung explizit ausgeschlossene Ereignisse. Das Unternehmen verkauft keine «Coronavirus-Versicherung», sagt ein Sprecher zu 2o Minuten. Alle anderen Leistungen einer Reiseversicherung würden aber selbstverständlich erbracht. Aus Kulanz übernimmt das Unternehmen aber bestimmte Leistungen, etwa wenn ein Reisender in Italien am Virus erkrankt ist, wie auf der Website des Unternehmens steht. Die Visana hingegen übernimmt die Annullierungskosten für Italienreisen. Reiseversicherungen können bei der Visana aber auch nicht mehr abgeschlossen werden, wenn das versicherte Ereignis bereits eingetroffen ist.

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