Steuererklärung 2020: Kann ich Homeoffice-Kosten von den Steuern abziehen?
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Steuererklärung 2020Kann ich Homeoffice-Kosten von den Steuern abziehen?

Wer Zuhause arbeitet, kann Infrastrukturkosten in der Steuererklärung abziehen. Dafür müssen aber bestimmte Auflagen erfüllt werden. Die Rechnung fürs ÖV-Abo darf dann aber nicht mehr abgezogen werden.

von
Barbara Scherer
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Homeoffice hat Auswirkungen auf die Steuererklärung des Corona-Jahres 2020.

Homeoffice hat Auswirkungen auf die Steuererklärung des Corona-Jahres 2020.

20min/Sonja Mulitze
Denn durch die Arbeit zu Hause können Infrastrukturkosten von den Steuern abgezogen werden.

Denn durch die Arbeit zu Hause können Infrastrukturkosten von den Steuern abgezogen werden.

20min/Michael Scherrer
Das geht aber nur, wenn ein Zimmer als reines Arbeitszimmer genutzt wird.

Das geht aber nur, wenn ein Zimmer als reines Arbeitszimmer genutzt wird.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Seit Corona arbeiten viele Zuhause.

  • Das wirkt sich auf die Steuererklärung 2020 aus.

  • Neu können Infrastrukturkosten abgezogen werden.

  • Dafür müssen aber einige Punkte beachtet werden.

Corona hat den Arbeitsalltag verändert: Statt im Büro arbeiten viele Schweizer seit letztem Jahr von Zuhause aus. Damit fällt der Arbeitsweg weg – das wirkt sich auf die Steuererklärung 2020 aus. So können neu Infrastrukturkosten abgezogen werden, wie die Rechtsschutzversicherung AXA mitteilt.

Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, erklärt Gregor Huber, Rechtsexperte bei der AXA. Werden Homeoffice-Kosten abgezogen, fallen zudem die Abzüge der Berufsauslagenpauschale, wie ein SBB-Jahresabo, weg.

Was aufgrund von Homeoffice von den Steuern abgezogen werden kann und welche Kosten unter Umständen nicht mehr – ein Überblick.

Das sind Homeoffice-Abzüge:

Wer Zuhause arbeitet, kann Mietanteile von der Steuer abziehen. «Abzüge können aber nur gemacht werden, wenn der Arbeitnehmer tatsächlich einen wesentlichen Teil der Arbeit zu Hause erledigen muss», so Huber. Als wesentlicher Teil gelten 40 Prozent eines Vollzeitpensums – also zwei volle Tage pro Woche. Zudem darf der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Essensausgaben im Homeoffice können übrigens nicht von den Steuern abgezogen werden.

Diese Vorgaben müssen erfüllt sein:

Um Mietkosten in der Steuererklärung geltend zu machen, muss ein Zimmer als Arbeitszimmer erkennbar sein: «Wenn jemand also im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer arbeitet, ist dies nicht der Fall», so Huber. Schon ein Bettsofa im Arbeitszimmer wäre nicht zulässig, da eine alleinige Nutzung des Raumes als Arbeitszimmer in diesem Fall nicht mehr gegeben wäre. Zudem dürfen die Infrastrukturkosten nicht bereits vom Arbeitgeber erstattet werden.

Mietzins berechnen

Arbeitet jemand regelmässig zwei Tage in der Woche Zuhause und hat sich ein Zimmer als reines Arbeitszimmer eingerichtet, können also Infrastrukturkosten von den Steuern abgezogen werden. Dafür sollte man den Mietzins des Arbeitszimmers kennen. Für die Berechnung existieren laut AXA verschiedene Formeln. Zum Beispiel:

(Mietzins der Wohnung + Nebenkosten) / (Anzahl Zimmer + 2). Zur Erklärung: Die Zahl zwei steht hier für zwei Nebenräume, wie Keller und Waschküche.

oder

Eigenmietwert netto zuzüglich 10 Prozent Nebenkosten / (Anzahl Zimmer + 1)

Je nach Kanton kommt aber eine andere Formel zum Tragen. Arbeitnehmer informieren sich am besten beim kantonalen Steueramt darüber.

Das Problem:

Werden Homeoffice-Kosten von den Steuern abgezogen, dürfen keine Berufsauslagenpauschalen geltend gemacht werden. Dazu gehören die Fahrkosten, wie etwa ein SBB-Jahresabo oder Benzinkosten, Mehrkosten wegen auswärtiger Verpflegung, Pauschalabzüge für übrige Berufskosten und Aus- und Weiterbildungskosten. Das heisst, es dürfen entweder Mietanteile oder ÖV-Kosten von den Steuern abgezogen werden – beides geht nicht.

Was lohnt sich mehr?

Laut Rechtsexperte Huber macht es nur Sinn die Homeoffice-Kosten abzuziehen, wenn diese die Berufsauslagenpauschale übersteigen. Ergeben sich zu diesen Abzügen spezifische Fragen, sei es ratsam, mit dem kantonalen Steueramt Kontakt aufzunehmen. «Da es sich bei der Steuererklärung 2020 um eine spezielle Situation handelt, ist davon auszugehen, dass es in den einzelnen Kantonen pragmatische Lösungen geben wird», so Huber. So können Arbeitnehmer im Kanton Zürich Fahrkosten und Mehrkosten der Verpflegung so geltend machen, wie sie ohne Massnahmen zur Bekämpfung der Covid 19-Pandemie angefallen wären. Wer also nicht durchgehend im Homeoffice war, kann ÖV-Kosten für das gesamte Jahr 2020 geltend machen.

Deine Meinung

266 Kommentare
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26.01.2021, 22:29

Habe 6 Monate HO gemacht und 6 Monate bei der Atbeit..... wie soll ich den da vorgehen????

Häuptling

26.01.2021, 17:44

Ich mache kein HO

Ludi Gierig

26.01.2021, 13:54

Jede und jeder will nur noch profitieren.