Aktualisiert 01.04.2020 10:04

Post schrumpft Päckli

Kann ich jetzt noch ein Fitnessgerät bestellen?

Die Post hat wegen Corona die Maximalgrösse für Sperrgut nach unten korrigiert. Kann man jetzt keine Fernseher oder Fitnessgeräte mehr bestellen?

von
Raphael Knecht

Neu liefert die Post keine sperrigen Pakete mehr. Damit Pöstler ihre Touren allein bewältigen können, wurden die Masse für Sperrgut reduziert. Die maximale Länge der Seiten beträgt 150 x 80 x 60 Zentimeter. Das Maximalgewicht bleibt bei 30 Kilogramm.

Die Massnahme stösst bei manchen Unternehmern auf Kritik: «Post lässt den Schweizer Handel im Stich», sagt Marc Bolliger, CEO bei der Logistikplattform Pickwings. Gerade während des Lockdowns würde die Schweizer Bevölkerung vermehrt grosse Produkte wie Gartenausrüstung, Fitnessgeräte oder Fernseher bestellen.

Kunden vorab informiert

Die Post wehrt sich gegen diese Kritik: «Wir lassen niemanden im Stich, sondern schützen unsere Mitarbeitenden», sagt Sprecher Oliver Flüeler zu 20 Minuten. Natürlich habe man alle grossen Kunden bereits vorab informiert und Lösungen gesucht.

Die Post empfiehlt Kunden, übergrosse Pakete als Stückgut zu verschicken. Dann könnten die Güter auf Paletten trotz ihrer Grösse von einem einzelnen Mitarbeiter transportiert werden.

Händler liefern weiter

Diesen Weg geht etwa Digitec Galaxus, wie es auf Anfrage heisst: Der grösste Schweizer Onlinehändler versichert, dass auch grosse Produkte, die im Shop angezeigt werden, weiterhin bestellbar seien. Man übernehme die zusätzlichen Kosten für die Stückgutlieferung selbst – für den Kunden ändere sich also nichts.

Es könne jedoch zu Verzögerungen kommen, sagt der Sprecher weiter, weil der Onlineshop derzeit besonders viele Bestellungen erhalte. Man sei aber bereits daran, den Rückstand langsam abzubauen.

Auch Brack.ch verschickte bisher Sperrgut per Post. Für die übergrossen Produkte wechselt der Händler nun den Logistikanbieter, wie ein Sprecher zu 20 Minuten sagt. Man wolle den Kunden weiterhin alle Sperrgutartikel des Sortiments liefern können.

Sperrgut per Spediteur

Bei Media-Markt heisst es, man habe sperrige Artikel schon von jeher selbst ausgeliefert – das Unternehmen spüre darum nichts von den veränderten Lieferbedingungen der Post. Media-Markt-Lieferanten betreten derzeit keine Kundenwohnungen mehr und unterschreiben selbst für den Kunden, wenn die Lieferung beendet ist.

Zudem müsse jeder Mitarbeiter von Media-Markt bei der Lieferung mit einem separaten Fahrzeug unterwegs sein – auch wenn mehrere Personen für dasselbe Paket benötigt werden.

Auch die Coop-Töchter Fust, Microspot und Interdiscount geben an, Grossgeräte unabhängig von der Coronavirus-Krise direkt zu liefern – entweder durch eigene Ausliefermonteure oder einen Spediteur. Entsprechend führe die Anpassung der Sperrgutmasse nicht dazu, dass gewisse Produkte nicht mehr lieferbar wären.

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