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Lieber Phil GeldKann ich mich gegen die Auflagen des RAV wehren?

Louis (29) ist arbeitslos. Das RAV sagt, dass er sich zu wenig um eine neuen Job bemühe. Kann sich Louis gegen die aufgebrummten Einstelltage wehren?

Der Arbeitslose muss sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen. (Bild: Universal Pictures)

Der Arbeitslose muss sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen. (Bild: Universal Pictures)

Lieber Phil Geld

Ich bin seit kurzem arbeitslos und beim RAV angemeldet. Das RAV ist der Ansicht, dass ich mich nicht genügend um eine neue Arbeitsstelle bemühe und hat mir deshalb mit Einstelltagen gedroht. Letzte Woche habe ich dann einen Brief erhalten, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich während zehn Tagen kein Arbeitslosentaggeld erhalten werde. Ich bin damit nicht einverstanden. Kann ich mich dagegen wehren?

Lieber Louis

Im Rahmen der sogenannten Schadensminderungspflicht ist der Arbeitslose verpflichtet, alles zur Vermeidung und zur Verkürzung der Arbeitslosigkeit zu unternehmen. Dazu gehört insbesondere, sich gezielt um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen, wenn nötig auch ausserhalb des bisherigen Berufes.

Die Pflicht, sich um eine neue Arbeitsstelle zu kümmern, gilt grundsätzlich bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit. Es ist ratsam, sich sofort nach der Kündigung und noch während der Kündigungsfrist um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen. Als Faustregel gelten zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat.

Arbeitslose, die sich nicht genügend um eine neue Arbeitsstelle bemühen, können mit sogenannten Einstelltagen gebüsst werden. Das bedeutet, dass der Arbeitslose während einer gewissen Zeit seine Anspruchsberechtigung verliert und kein Arbeitslosentaggeld erhält.

Einstelltage werden dem Arbeitslosen schriftlich mitgeteilt. Ist der Arbeitslose mit der Zahl der Einstelltage nicht einverstanden, kann er die Verfügung innert 30 Tagen bei der zuständigen Beschwerdestelle anfechten. Das Einspracheverfahren ist grundsätzlich kostenlos.

Es ist also möglich, sich gegen die aufgebrummten Einstelltage zu wehren. Ich rate dir jedoch, lieber Louis, vor Einreichung einer schriftlichen Einsprache das Gespräch mit der verfügenden Stelle zu suchen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

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