Aktualisiert 27.09.2018 08:11

Autoversicherung

Kann man bei einem Wechsel jetzt Geld sparen?

Soll man jetzt die Autoversicherung wechseln? Wir haben Andrea Auer, Mobilitätsexpertin bei Comparis.ch, gefragt.

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Andrea Auer, Mobilitätsexpertin bei Comparis.ch

Andrea Auer, Mobilitätsexpertin bei Comparis.ch

Frau Auer, kann man bei einem Wechsel Geld sparen?

In den meisten Fällen. Denn die Prämien liegen zurzeit auf einem Rekordtief. Gemäss einer Comparis-Analyse bezahlen Kunden heute im Schnitt rund 20 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren.

Kann ich meine Versicherung jederzeit kündigen?

Nicht jederzeit, jedoch bei verschiedenen Gelegenheiten. So etwa nach einem Schadenfall, einem Fahrzeug- oder Halterwechsel, bei Prämienerhöhung durch den Versicherer oder bei Vertragsablauf. Viele Verträge enden übrigens mit dem Kalenderjahr.

Also müsste ich noch vor Ende September künden?

Je nach Kündigungsfrist. Beträgt diese drei Monate, dann ja. Es gibt aber auch Versicherungen mit einmonatiger- oder gar 24-Stunden-Kündigunsfrist. Zudem gibt es auch Verträge, die nicht per Ende, sondern während dem Jahr ablaufen.

Wie finde ich die perfekte Autoversicherung für meine Bedürfnisse?

Tatsächlich sehen die verschiedenen Angebote auf den ersten Blick genau gleich aus. Es ist jedoch wichtig, auf die Leistungsunterschiede zu achten.

Worauf speziell?

Auf diese drei Punkte würde ich besonders achten: Die Zeitwertzusatzentschädigung, das Bonusstufensystem und die Mobilitäts- oder Assistance-Deckung. Also die konkrete Hilfeleistung nach einem Schaden: Muss ich etwa einen Ersatzwagen selbst organisieren oder übernimmt die Versicherung das?

Stimmt es, dass die Zeitwertzusatztabelle der Versicherungen – diese sagt aus, wie viel Geld ich im Falle eines Totalschadens bekomme – grosse Unterschiede zwischen den Anbietern aufweisen kann?

Korrekt. In der Regel zahlen alle Anbieter im ersten Jahr noch immer 100 Prozent vom Neuwert. Danach variieren die Leistungen enorm. Es kann sein, dass man bei Versicherung A ein Jahr später noch immer 100 Prozent des Fahrzeugwertes bekommt, bei Versicherung B jedoch nur noch 85 Prozent. Da entsteht schnell eine Differenz von 10'000 Franken.

Wie kann ich das verhindern?

Indem ich die Zeitwerttabellen vergleiche. Gute Leistungen diesbezüglich bieten zum Beispiel die Allianz, Helvetia und der Direktversicherer Dextra. Diese bieten auch ab dem achten Betriebsjahr einen Zeitwertzusatz (Dextra und Allianz: Zeitwert plus 20 Prozent; Helvetia: Zeitwert plus 10 Prozent). Andere Versicherungen zahlen ab diesem Zeitpunkt bei Totalschaden nur noch den Zeitwert.

Und was hat es mit dem Prämienstufensystem auf sich?

Grundsätzlich steigt bei einem Vollkasko- oder Haftplichtschaden die Prämie um vier Stufen. Bei einem schadenfreien Jahr sinkt die Prämie wieder um eine Stufe. Gegen die Erhöhung schützt man sich mit der kostenpflichtigen Bonusschutzdeckung. Diese gilt jedoch nur für einen Schadenfall pro Jahr.

Bei der Krankenkasse kann man beispielsweise auf die freie Arztwahl verzichten, um Geld zu sparen. Gibts bei den Autos etwas Ähnliches?

Ja, es gibt zum Beispiel Verträge ohne freie Garagenwahl. Diese sind günstiger, dafür schreibt einem die Versicherung vor, wo man das Auto reparieren muss.

Welche Zusätze müsste man unbedingt versichern?

Den Bonusschutz. Auf viele andere Zusatzdeckungen kann man tatsächlich verzichten, weil man diese anderweitig versichern kann.

Welche zum Beispiel?

Die Deckung «mitgeführte Sachen» kann man im Hausrat als «einfacher Diebstahl» versichern.

Ganz ehrlich: Die meisten Leute lesen die ellenlangen AVBs im Normalfall nicht. Was steht dort drin?

Alle Regelungen des Vertrags wie etwa Kündigungsrecht oder das Vorgehen im Schadenfall. Unterschiede gibt es vor allem bei den anfangs genannten Punkten.

(Video: Youtube/Comparis)

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