Aktualisiert 06.02.2014 08:07

Resistente Bakterien

Kann man den Tripper bald nicht mehr heilen?

Die Geschlechtskrankheit Tripper bereitet Ärzten Sorgen: Die Bakterien sind zunehmend gegen Antibiotika resistent, neue Medikamente gibt es derzeit noch nicht.

von
pat
Tripper-Bakterien sind zunehmend resistent gegen Antibiotika.

Tripper-Bakterien sind zunehmend resistent gegen Antibiotika.

Über 100 Millionen Menschen weltweit stecken sich jährlich neu mit der Geschlechtskrankheit Gonorrhoe – auch Tripper genannt – an. In der Schweiz gibt es 1500 Neuansteckungen pro Jahr, die Tendenz ist steigend. Jetzt stehen Ärzte vor einer neuen Herausforderung: Die Bakterien sind zunehmend gegen Antibiotika resistent. Dies teilt die Universität Bern mit.

In immer mehr Fällen reagieren die Tripper-Bakterien nicht auf eine Behandlung. Experten warnen davor, dass sich die bakterielle Infektionskrankheit zu einem nicht behandelbaren Superbazillus entwickeln könnte.

Die zunehmende Resistenz der Bakterien-Stämmen von Tripper ist laut Forschern besonders problematisch, weil es aktuell keine neuen Medikamente zur Behandlung gibt.

Neue Tests gefordert

Nicola Low, Professorin am Institut für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Bern, fordert die Entwicklung von Tests, welche die Krankheit nachweisen und gleichzeitig eine mögliche Resistenz entdecken können. Der ideale Test sollte gemäss Low innerhalb einer Stunde präzise Resultate liefern. Damit könnte man die Krankheit individueller therapieren.

Mit dem gemeinsamen Forschungsprojekt RADAR-Go (Rapid Diagnosis of Antimicrobial Resistance in Gonorrhoea) wollen Forscher möglichst schnell mit der Entwicklung eines solchen Tests beginnen. Involviert sind Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin und des Instituts für Infektionsarbeit der Universität Bern, der Universitätsklinik für Infektiologie des Inselspitals Bern sowie der ETH Zürich .

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