Aktualisiert 18.05.2019 11:48

Digitalisierung«Kann man die Parkbusse damit selbst ausstellen?»

Die Digitalisierung macht auch vor dem Polizeiposten nicht halt. In Riehen und Basel verrichten nun auch Robocops ihren Dienst und nehmen Anzeigen entgegen.

von
lha/kom
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Der Riehener Robocop ist ein Computer-Terminal, das verschiedene Dienste anbietet. Allerdings nur zu Bürozeiten. Ist der Polizeiposten zu, ist auch Robocop im Ruhezustand.

Der Riehener Robocop ist ein Computer-Terminal, das verschiedene Dienste anbietet. Allerdings nur zu Bürozeiten. Ist der Polizeiposten zu, ist auch Robocop im Ruhezustand.

Kantonspolizei BS
Zum Vergleich das Original: Robocop gespielt von Peter Weller im gleichnamigen Film von 1987.

Zum Vergleich das Original: Robocop gespielt von Peter Weller im gleichnamigen Film von 1987.

Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
Robocop ist eine praktisch unzerstörbare Mensch-Maschine. Der Polizist Alex Murphy wird in der Maschinenhülle wieder zum Leben erweckt.

Robocop ist eine praktisch unzerstörbare Mensch-Maschine. Der Polizist Alex Murphy wird in der Maschinenhülle wieder zum Leben erweckt.

Was der Self-Checkout beim Grossverteiler ist, ist der Self-Service-Terminal auf dem Polizeiposten. In Riehen bei Basel steht seit neustem ein erster Robocop, der für allerlei Dienste beansprucht werden kann.

Mobile Parkverbotsschilder lassen sich damit bestellen, verschiedene Dienste der Motorfahrzeugkontrolle nutzen, und auch Anzeigen für Velodiebstähle nimmt er entgegen. Selbstverständlich kann man mit dem Terminal im schicken Polizei-Tesla-Design auch auf den Kantonswebsites browsen. «Grossartig! Und man kann sich auch gleich selbst eine Parkbusse ausstellen!», kommentiert ein Facebook-User augenzwinkernd.

Der Robocop hat aber einen oder mehrere Haken. Ist der Polizeiposten geschlossen, ist auch er im Ruhezustand. Und will man auf dem Terminal die Dienste von Suisse ePolice nutzen, muss man sich vorgängig schon registriert haben. Diese kann man aber auch von zu Hause aus nutzen.

9500 Franken kostet ein Terminal

Auch auf den Polizeiposten Kannenfeld und Clara steht je ein Exemplar des Robocops. «Pro Stück kosten die Terminals rund 9500 Franken», erklärt Polizeisprecher Martin Schütz auf Anfrage. Die Terminals sind Teil des Projektes «Kapo2016», das das Parlament gutgeheissen hat.

Ist das nun die Vorstufe zum vollautomatischen, unbemannten Polizeiposten? Banken in der Region testen schon an verschiedenen Orten autonome Filialen, in denen das Interface das Personal ersetzt hat. Auch Service-Roboter sind gross im Kommen. So wird man bei der Basler Kantonalbank im Spiegelhof von Roboterdame Clara begrüsst.

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