Aktualisiert 11.01.2012 20:00

Hofer«Kann mir das Hobby Politik nicht leisten»

Mit dem 58-jährigen Jimy Hofer verliert der Berner Stadtrat einen Charakterkopf. Der Bronco-Rocker gab per sofort seinen Rücktritt bekannt.

von
Nathalie Jufer
Der ewige Rocker Jimy Hofer setzt neue Prioritäten.

Der ewige Rocker Jimy Hofer setzt neue Prioritäten.

Herr Hofer, warum der plötz­liche Rücktritt?

Jimy Hofer: Ich bin selbstständig erwerbend und muss Geld verdienen. Deshalb kann ich mir das «teure Hobby» Politik nicht mehr leisten. Ich möchte ausserdem meine zwei Kinder nicht von weitem aufwachsen sehen.

Haben Sie schon länger mit dem Gedanken gespielt zurückzutreten?

Nein, der Entscheid zeichnete sich über die Festtage ab. Danach musste ich schnell handeln.

Wie war das Verhältnis zu den Mitgliedern der SVP-plus-Fraktion?

Das Verhältnis war gut. Wir hatten sachliche und harte Diskussionen. Ich habe gute Leute aus allen Fraktionen kennengelernt und möchte diese Erfahrung nicht missen.

Was war Ihr persönliches Highlight im Stadtrat?

Wahrscheinlich meine Wahl (lacht).

Was war die grösste Errungenschaft in Ihrem Amt als Stadtrat?

Ich habe sachlich politisiert und messe mich nicht an Erfolgen oder Misserfolgen.

Was wird man in Zukunft von Jimy Hofer hören? Kehren Sie der Politik für immer den Rücken?

Nächstes Jahr steigt ein grosses Kultur- und Schwingfest in Berlin, da werde ich aktiv sein. Ausserdem möchte ich wieder mehr Zeit der Musik widmen. Zur Politik: Es heisst ja bekanntlich «Sag niemals nie».

Jimy Hofer: Familienvater, Musiker und Rocker

Mit vollem Körpereinsatz gegen Teilnehmer einer illegalen Demo sorgte er jüngst für Aufsehen: Der zweifache Familienvater, Musiker und Berner Bronco Jimy Hofer hat drei Jahre lang den Berner Stadtrat aufgemischt. 2008 scheiterte der Rocker bei der Wahl zum Stapi, wurde kurz darauf aber in den Stadtrat gewählt. Eine Lücke hinterlassen werde der parteilose Hofer allemal, wie Roland Jakob, Fraktionspräsident von SVP plus, erklärt: «Wir werden ihn vermissen.» In Werner Pauli habe man aber einen zwar nicht so polarisierenden, aber sicherlich kompetenten Nachfolger gefunden.

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