Ferien sind für Schweizer zu teuer: «Kann mir seit über zehn Jahren keine Ferien leisten»
Ferien im Ausland? Zu teuer für viele Schweizerinnen und Schweizer.

Ferien im Ausland? Zu teuer für viele Schweizerinnen und Schweizer.

Flughafen Zürich AG
Publiziert

Eure Erfahrungen«Kann mir seit zehn Jahren keine Ferien leisten»

Jede vierte Person in der Schweiz kann sich keine Ferien leisten. Die 20-Minuten-Community berichtet von ihren Erfahrungen und wir geben Tipps, um beim Reisen Geld zu sparen.

von
Laura Zygmunt

Steigende Lebenshaltungs- und Reisekosten führen dazu, dass sich jede vierte Person in der Schweiz diesen Sommer keine Ferien leisten kann – das hat eine Umfrage kürzlich ergeben. Auch in unserer Community gibt es so einige, die schon auf das Verreisen verzichten mussten und dieses Jahr nur ein knappes Budget zur Verfügung haben, wie eure Antworten zeigen.

Wo verbringst du deine Sommerferien?

Aisha – «Preise steigen, aber Lohn bleibt gleich»

«Leider ist es bereits das dritte Jahr in Folge, in welchem mein Partner und ich nicht verreisen können. Zuerst aufgrund der Corona-Pandemie, nun wegen der überteuerten Lebensmittel- und Benzinpreise. Sehr gerne würden wir wie immer nach Izmir in die Türkei fliegen, aber mit den steigenden Preisen und dem gleichbleibenden Lohn ist das nicht möglich.»

Michael – «Muss Alimente zahlen»

«Nach dem Bezahlen der Alimente Ende Monat bleibt unterm Strich kein Geld mehr für Ferien übrig. Man gewöhnt sich jedoch daran.»

Wer jeden Rappen zweimal umdrehen muss, hat oftmals keine Ersparnisse für Ferien.

Wer jeden Rappen zweimal umdrehen muss, hat oftmals keine Ersparnisse für Ferien.

Pexels/cottonbro

Tobias – «Seit über zehn Jahren keine Ferien»

«Ich war das letzte Mal vor über zehn Jahren in den Ferien. Durch viele physische und psychische Probleme konnte und kann ich mir keine Ferien leisten. Im Moment bin ich froh, wenn ich alle Rechnungen bezahlen und ab und zu meiner Enkelin ein kleines Geschenk kaufen kann.»

Ch Kuem – «Kinder und Teilzeit-Pensum»

«Ich musste schon öfters auf Ferien verzichten, vor allem seit ich Kinder habe und Teilzeit arbeite. Ferien am Meer lagen deshalb noch nie drin. Zwar wohnen wir in der Nähe vom See. Aber als Erwachsener zwölf Jahre am Stück auf Ferien zu verzichten, ist auf die Dauer schon hart. Und auch die Kinder hören jedes Jahr von ihren Mitschülerinnen und -schülern, wie lässig es am Meer ist. Ferien am Meer mit meinen Kindern stehen definitiv auf meiner Bucketlist.

Mit den Kindern ans Meer fahren ist für viele Familien ein grosser Wunsch, aber nicht immer möglich. Ein Ausflug an den See ist zwar auch schön, aber auf die Dauer nicht das Gleiche.

Mit den Kindern ans Meer fahren ist für viele Familien ein grosser Wunsch, aber nicht immer möglich. Ein Ausflug an den See ist zwar auch schön, aber auf die Dauer nicht das Gleiche.

Pexels/Josh Willink

Swen – «Teure Ausbildung»

«Ich kann mir keine Ferien leisten, da ich eine teure Ausbildung absolviere und mit einem Praktikumslohn von unter 12’000 Franken im Jahr durchkommen muss. Momentan lebe ich hauptsächlich von meinen Ersparnissen. Aufgrund der Pandemie und meiner Ausbildung ist es nun schon das vierte Jahr in Folge, in welchem ich keine Ferien im Ausland machen kann. Die Schweiz im Sommer gefällt mir jedoch sehr gut und ich unternehme viel in der Natur. Vielleicht klappt es nächstes Jahr mit Ferien in der Ferne.»

Manuela – «Es macht mich traurig»

«Dass ich mich ständig abrackere, aber dennoch kein Geld für Ferien habe, macht mich traurig und schlägt mir aufs Gemüt. Vor allem wenn ich sehe, dass alle in meinem Umfeld verreisen.»

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Guido – «Werde niemals darauf verzichten»

«Auf Reisen werde ich niemals verzichten, weil es für mich ein Teil meiner Identität ist. Ich habe dafür extra ein Konto mit einer höheren Summe, die für die nächsten zehn Jahre ausreicht. Am liebsten entdecke ich neue Destinationen beim Campen oder auf Rundreisen und konnte so schon 40 Länder bereisen.

Ursula – «Zuhause ist es auch schön»

«Ich konnte mir schon öfters keine Ferien leisten, bin aber nicht traurig deswegen. Ich unternehme stattdessen kleine Ausflüge oder leiste mir eine bis zwei Hotelübernachtungen in der Nähe. Es ist auch mal gut zu testen, was es alles für schöne Orte zu Hause gibt.»

Ferien zu Hause können auch schön sein. 

Ferien zu Hause können auch schön sein. 

Pexels/Mateusz Dach

5 Tipps zum Geldsparen in den Ferien

1. Buche vorausschauend: Befasse dich schon einige Monate im Voraus mit deinen Ferien und profitiere so von tieferen Preisen. Wenn du die Möglichkeit hast, in der Nebensaison zu verreisen, solltest du das tun. Das schont nicht nur dein Portemonnaie, sondern auch die Umwelt

2. Prüfe verschiedene Angebote und Flughäfen: Es lohnt sich, dir genügend Zeit für die Ferienplanung zu nehmen und dabei unterschiedliche Hotels, Flugverbindungen sowie Destinationen zu vergleichen. Wem das zu mühsam ist, holt sich am besten Unterstützung von einem Reisebüro und teilt gleich zu Beginn sein Budget mit.

3. Sei flexibel: Du hast eine bestimmte Feriendestination im Kopf, aber der Flugpreis lässt dich fast in Ohnmacht fallen? Dann disponier um. Nimm einen Flug mit Zwischenstopp, übernachte in einem Bed and Breakfast und wähle eine kleine Küstenstadt neben dem Ferien-Hotspot, an dem alle sind.

4. Stell dir dein eigenes Programm zusammen: Auch am Ferienort kannst du viel Geld sparen, gerade wenn es um Verpflegung und Ausflüge geht. Es lohnt sich, am Mittag zu picknicken, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen und den Ferienort abseits der Touristenpfade auf eigene Faust zu entdecken.

5. Nimm Hilfe in Anspruch: Egal, wie gut du aufs Geld schaust, für die Ferien mit der Familie reicht es trotzdem nicht? Angebote wie solche vom Ferienfond der Pro Juventute oder von Reka ermöglichen Familien mit kleinem Budget eine Auszeit von Zuhause.

Was sind deine Spar-Tipps für die Ferien?

Lebst du oder lebt jemand, den du kennst, in Armut?

Hier findest du Hilfe:

Tischlein deck dich, Lebensmittelhilfe

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