Tägerwilen TG: «Kann nicht glauben, dass mein Vater das getan hat»
Aktualisiert

Tägerwilen TG«Kann nicht glauben, dass mein Vater das getan hat»

Der 59-jährige Wolfgang T. ist wieder in der Schweiz. Er hat das Tötungsdelikt vom Pfingstwochenende gestanden. Sein Sohn glaubt trotzdem an seine Unschuld.

von
nab
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Wolfgang T.* aus Konstanz wird verdächtigt, die 38-jährige Marina A.* umgebracht zu haben. Nach der Tat wurde er in Spanien festgemnommen. Anfangs Juli gestand er nach seiner Auslieferung in die Schweiz die Tat.

Wolfgang T.* aus Konstanz wird verdächtigt, die 38-jährige Marina A.* umgebracht zu haben. Nach der Tat wurde er in Spanien festgemnommen. Anfangs Juli gestand er nach seiner Auslieferung in die Schweiz die Tat.

zVg
Die Leiche des Opfers Marina M.* wurde am Pfingstsamstag gefunden.Quelle: zVg.

Die Leiche des Opfers Marina M.* wurde am Pfingstsamstag gefunden.Quelle: zVg.

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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Thurgau führten rasch auf die Spur des 59-Jährigen. Bereits zwei Tage nach dem Leichenfund konnte der Tatverdächtige in Spanien festgenommen werden. Im Bild: Polizisten nahe des Fundortes der Leiche.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Thurgau führten rasch auf die Spur des 59-Jährigen. Bereits zwei Tage nach dem Leichenfund konnte der Tatverdächtige in Spanien festgenommen werden. Im Bild: Polizisten nahe des Fundortes der Leiche.

20 Minuten / Anne Farkas

Wolfgang T.* (59) soll die 38-jährige Marina A.* aus Konstanz übers Pfingstwochenende mit mehreren Schlägen auf den Kopf getötet und dann im Uferbereich beim Parkplatz Seerheinbadi in Tägerwilen abgelegt haben. Am Montag teilte die Thurgauer Staatsanwaltschaft mit, dass er geständig sei.

Nun äussert sich sein 17-jähriger Sohn gegenüber 20 Minuten: «Ich kann nicht glauben, dass mein Vater das getan hat.» Er könne sich einfach nicht vorstellen, dass er zu solch einer Tat fähig sei. «Mein Vater war immer aufgestellt und glücklich, hat die Leute unterhalten. Das passt einfach nicht zu ihm.» Er habe ein gutes Verhältnis zu ihm gepflegt. «Ich wohnte vier oder fünf Jahre bei ihm auf Teneriffa. Heute lebe ich aber wieder in der Schweiz», so der Sohn.

«Ich möchte ihn endlich sehen»

An die Zeit nach der Verhaftung erinnert sich der Sohn nur ungern zurück. Die Polizei habe ihn gebeten, freiwillig mitzukommen, sonst hätten sie ihn wohl gezwungen. «Sie sagten mir nur, dass es um meinen Vater ginge – mehr Informationen gab es nicht. Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht, dass ihm etwas zugestossen ist.» Nachdem die Beamten ihn dann aufgeklärt hätten, habe er zuerst überhaupt nicht gewusst, was er denken soll: «Mein Kopf war leer.» Und die Reaktionen in seinem Umfeld hätten ihm den Alltag auch nicht wirklich erleichtert. «Irgendwann wussten alle, dass mein Vater in U-Haft sitzt», so der 17-Jährige. Das Schlimmste für ihn sei jedoch gewesen, dass er keinen Kontakt mit ihm aufnehmen durfte. «Mittlerweile telefonieren wir regelmässig.» So, wie es die Zeit halt zulasse. Nun hat er aber nur einen Wunsch: «Ich möchte ihn endlich sehen.»

«Werde immer zu ihm halten»

Er betont, dass er immer zu ihm halten werde, egal, was an Pfingsten passiert sei. «Er ist mein Vater und wird es für immer bleiben.» Und weiter: «Er hat sein Leben lang alles für mich getan. Mindestens das will ich ihm zurückgeben.»

Auch auf Teneriffa sitzt der Schock über die Nachricht vom Geständnis von Wolfgang T. tief. An seinem ehemaligen Arbeitsort, einem deutschen Restaurant in Playa de las Americas, heisst es auf Anfrage von 20 Minuten: «Wir haben erst heute von einem Schweizer Bekannten davon erfahren.» Sie müssten dies zuerst einmal sacken lassen. Trotzdem falle es ihnen schwer, zu glauben, dass T. die Tat wirklich verübt habe.

* Namen der Redaktion bekannt

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