Giulia Steingruber: «Kann noch nicht fassen, was geschehen ist»
Aktualisiert

Giulia Steingruber«Kann noch nicht fassen, was geschehen ist»

Unfassbar: Giulia Steingruber gewinnt als erste Schweizerin eine Olympia-Medaille im Kunstturnen! Aber geschnallt hat sie es noch nicht.

von
Marcel Allemann
Rio
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Schlicht sensationell. Giulia Steingruber sichert sich im Sprung die Bronzemedaille. Eine Glanzleistung.

Schlicht sensationell. Giulia Steingruber sichert sich im Sprung die Bronzemedaille. Eine Glanzleistung.

epa/Tatyana Zenkovich
Natürlich freute sie sich auch mit und für ihren Trainer Zoltan Jordanov.

Natürlich freute sie sich auch mit und für ihren Trainer Zoltan Jordanov.

Keystone/Peter Klaunzer
Steingruber gab nach dem Triumph zu, doch sehr nervös gewesen zu sein.

Steingruber gab nach dem Triumph zu, doch sehr nervös gewesen zu sein.

AFP/Toshifumi Kitamura

«Ich kann noch gar nicht fassen, was geschehen ist – und es daher auch gar nicht in Worten beschreiben, wie ich mich fühle. Das muss ich alles erst mal sacken lassen», erklärte Steingruber nach dem Sprung-Final mit ihrer Bronzemedaille um den Hals. «Doch es ist auf jeden Fall eine Belohnung für all die harte Arbeit – auch für meinen Trainer Zoltan Jordanov.»

«Ich war unglaulich nervös»

Es müsse an diesem einen Tag alles zusammenpassen, damit es hier in Rio mit einer Medaille klappen kann, hatte die 22-jährige Ostschweizerin im Vorfeld der Spiele erklärt. Nun meinte sie: «Sieht so aus, als ob es ein solcher Tag war. Aber ich war unglaublich nervös.» Nicht zuletzt, weil zu Beginn des Wettkampfs die nordkoreanische Gold-Kandidatin Un Jong Hong stürzte. «Das tat mir leid für sie, aber ich begann zu realisieren, dass dies gut für mich sein könnte.» Steingruber liess sich von ihrer Nervosität aber nichts anmerken und holte zu ihren zwei Sprüngen ins Medaillenglück aus.

«Es war der Horror – ich konnte gar nicht hinsehen»

Danach musste sie auf das Resultat der Inderin Dipa Karmakar warten, die nach ihr dran war, um die Medaille auf sicher zu haben. «Das war der Horror. Ich konnte gar nicht hinsehen und habe mich abgedreht.» Und dann kam sie – die grosse Erleichterung, die ganze Last fiel von der St. Gallerin ab. Trotzdem wirkte Giulia bei der Medaillenfeier sehr gefasst. «Es war ein Auf und Ab. Einerseits war die Anspannung immer noch da, andererseits konnte ich dann doch ein wenig loslassen – und plötzlich fing ich mich wieder.»

Giulia Steingruber hat Bronze im Sprung gewonnen und dem Schweizer Sport einen historischen Moment beschert. Das ist passiert.

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