Gräueltaten in Butscha – Kann Putin für Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt werden?
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Gräueltaten in ButschaKann Putin für Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt werden?

Die Verbrechen des russischen Militärs müssten schonungslos aufgeklärt, die Kriegsverbrecher vor den Internationalen Strafgerichtshof gebracht werden, lauten die Forderungen von Politikern und Politikerinnen weltweit. Doch kann auch Kremlchef Wladimir Putin zur Rechenschaft gezogen werden?

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Nach den grauenhaften Leichenfunden in Butscha nennt die Welt den russischen Präsidenten «Schlächter» und «Kriegsverbrecher». Dass Wladimir Putin jemals dafür vor Gericht zur Rechenschaft gezogen wird, ist fraglich.

Nach den grauenhaften Leichenfunden in Butscha nennt die Welt den russischen Präsidenten «Schlächter» und «Kriegsverbrecher». Dass Wladimir Putin jemals dafür vor Gericht zur Rechenschaft gezogen wird, ist fraglich.

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In Butscha wurden laut ukrainischen Angaben über 300 Leichen von Zivilistinnen und Zivilisten gefunden.

In Butscha wurden laut ukrainischen Angaben über 300 Leichen von Zivilistinnen und Zivilisten gefunden.

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Nach Angaben des Bürgermeisters mussten 280 Menschen in Butscha in Massengräbern beigesetzt werden, da die drei städtischen Friedhöfe noch in Reichweite des russischen Militärs lagen.

Nach Angaben des Bürgermeisters mussten 280 Menschen in Butscha in Massengräbern beigesetzt werden, da die drei städtischen Friedhöfe noch in Reichweite des russischen Militärs lagen.

via REUTERS

Darum gehts

  • «Schlächter» und «Kriegsverbrecher» wird Waldimir Putin nach der Bekanntgabe der Leichenfunde in Butscha genannt.

  • US-Präsident Joe Biden hat einen «Kriegsverbrecherprozess» gefordert.

  • Damit Putin vor Gericht kommen könnte, müsste wohl erst ein Regimewechsel in Russland erfolgen.

Die Gräueltaten in der ukrainischen Kleinstadt Butscha haben weltweit Entsetzen ausgelöst. Für diese und andere Untaten wird international auch der russische Präsident Wladimir Putin verantwortlich gemacht. Ihm wird vorgeworfen, für Kriegsverbrechen verantwortlich zu sein. US-Präsident Joe Biden forderte am Montag eine Untersuchung wegen Kriegsverbrechen gegen Putin. Doch kann der russische Staatschef überhaupt vor ein Gericht gestellt werden?

Wo müsste der Prozess stattfinden?

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wäre das angewiesene Gericht. Es verfolgt individuelle Verdächtige wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord und hat für das Gebiet der Ukraine ein Mandat. Chefankläger Karim Khan leitete bereits Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der Ukraine ein und schickte ein Team ins Kriegsgebiet. Unklar ist, ob die Ermittler auch schon nach Butscha reisten.

Was braucht es für eine Anklage?

Entscheidend ist, dass so früh und so umfassend wie möglich Beweise gesammelt werden. Denn sie sind die Grundlage für eine Anklage. Auch die Staatsanwaltschaft der Ukraine, ein europäisches Ermittlerteam und Menschenrechtsorganisationen sammeln Beweise wie etwa Fotos, Videos, Munitionsreste und Aussagen von Augenzeuginnen und Augenzeugen.

Die Ankläger müssen zunächst nachweisen, dass Kriegsverbrechen begangen wurden. Das heisst zum Beispiel, dass die Opfer von Butscha tatsächlich wehrlose Bürgerinnen und Bürger waren. Darauf deuten die Fotos hin, und das bestätigen auch Augenzeuginnen und Augenzeugen.

Wer wird angeklagt?

Die zweite Frage, die Ermittler beantworten müssen, lautet: Wer sind die Täter? Waren es tatsächlich russische Soldaten, dann unterliegen sie der offiziellen Kommandostruktur. In dem Fall können auch ihre Kommandanten angeklagt werden.

Wie weit war Putin über die Gräueltaten der Soldaten informiert?

Die dritte Frage für die Ankläger lautet: Wussten die militärisch und politisch Verantwortlichen, wie etwa Putin, von den Kriegsverbrechen der Soldaten? Diese Frage zu klären, wird am schwierigsten. Das Weltstrafgericht will militärische und politische Verantwortliche strafrechtlich verfolgen. Auch Staats- und Regierungschefs können sich nicht auf ihre Immunität berufen. Doch es ist sehr schwierig, deren Verantwortung auch nachzuweisen.

Kann Putin festgenommen werden?

Erst wenn der Verdacht ausreichend begründet und mit Beweisen belegt ist, kann Chefankläger Khan einen internationalen Haftbefehl beantragen. Es scheint aber ausgeschlossen, dass Russland den Präsidenten an Den Haag ausliefern würde. Voraussetzung dafür wäre wohl ein Regimewechsel in Moskau.

Doch egal dürfte Putin ein Haftbefehl dennoch nicht sein. Denn jeder Vertragsstaat des Gerichts wäre verpflichtet, ihn bei der Einreise festzunehmen und dem Gericht in Den Haag zu überstellen. Seine Bewegungsfreiheit wäre dann extrem eingeschränkt – er wäre noch isolierter als jetzt. 

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

(DPA/kle)

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