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Kannibale: Urteil löst Empörung aus

Die Opferschutzorganisation Weisser Ring hat das Urteil für den Kannibalen von Rotenburg scharf kritisiert.

Ihr Sprecher Helmut Rüster sagte am Freitag der AP, die vom Landgericht Kassel am Vormittag verhängte Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren wegen Totschlags wirke auf viele Menschen «eher wie die Ahndung eines Kavaliersdelikts». Nach seiner Ansicht hätte der 42-jährige Armin Meiwes nicht wegen Totschlags, sondern - wie von der Staatsanwaltschaft beantragt - wegen Mordes verurteilt werden müssen.

In dem beispiellosen Fall sei ein Mensch durch unvorstellbare Skrupellosigkeit und Brutalität zu Tode gebracht worden, sagte Rüster. «Die Menschen draussen werden das Urteil schwer verstehen.» Der Fall habe gezeigt, wie bedenklich gross das Interesse für die Täterseite sei, meinte der Sprecher des Weissen Rings. «Ich hoffe nur, dass es keine Nachahmungstäter gibt», sagte Rücker. «Mit solch einer Geschichte kommt man in die Medien, wenn man nur abartig genug ist.» Die Internet-Foren über kannibalistische Fantasien seien sehr bedenklich: «Man fragt sich, wo die Gesellschaft hin geraten ist.» Nach Ansicht Rüsters sollte man «der ganzen Geschichte nicht so viel Aufmerksamkeit schenken.» (dapd)

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