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«Kannibale von Koblenz» bleibt in der Psychiatrie

Ein als «Kannibale von Koblenz» bekannter Mann hatte seine Cousine getötet und deren Leichenteile zum Verzehr vorbereitet. Er wurde zwar freigesprochen muss aber in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie bleiben.

Die Karlsruher Richter bestätigten am Mittwoch ein Urteil des Landgerichts Koblenz, nach dem der Elektriker Anfang 2002 seine Cousine getötet und Teile der Leiche zum Verzehr zubereitet hat. Der Mann hatte stets bestritten, die junge Frau getötet zu haben, und hatte vor dem BGH gegen seine Einweisung in die Psychiatrie Revision eingelegt.

Der Mord und die nachfolgenden Prozesse stellten einen der ungewöhnlichsten Fälle in der Justizgeschichte des Landes Rheinland-Pfalz dar: Das Landgericht Koblenz hatte den Angeklagten in einem Revisionsprozess im April 2006 zwar für schuldig befunden, aber dennoch freigesprochen. Denn da nur der Angeklagte, aber nicht die Staatsanwaltschaft gegen seinen ursprünglichen Freispruch im ersten Prozess in Revision gegangen war, durfte das zweite Urteil für den Angeklagten nicht schlechter ausfallen, so dass kein Schuldspruch erfolgen konnte.

Gleichwohl hatte das Landgericht Koblenz festgestellt, dass der damals 21-jährige Elektriker seine 22-jährige Cousine und Mitbewohnerin im Januar 2002 tötete, um an der Leiche die innere Struktur des menschlichen Körpers zu studieren und Teile der Toten zum Verzehr zuzubereiten. Einzelne Teile der Leiche versteckte er in einem stillgelegten Steinbruch sowie in Tüten verpackt in seinem Zimmer.

Zumindest den Torso sowie Arme und Unterschenkel erhitzte er im Backofen seiner Wohnung und gab ihnen Reis und Rotwein zu. Einige Leichenteile blieben unauffindbar. Ob der Angeklagte diese Teile tatsächlich verspeist hat, konnte das Gericht nicht klären.

Nach Auffassung der Koblenzer Richter war der Mann trotz seiner verminderten Steuerungsfähigkeit bei der Begehung der Tat schuldfähig. Wegen einer hohen Rückfallwahrscheinlichkeit wurde seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist das Urteil nun rechtskräftig. (dapd)

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