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3 mit Sex«Kannst du mir meine Gleitcreme zurückgeben?»

Lars schmollt über das klägliche Ende seiner letzten Beziehung.

von
Lars
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Lars Beziehung zu Simon endete abrupt, nachdem beide unterschiedliche Vorstellungen davon hatten. Währen Simon lieber eine offene Beziehung wollte, wollte sich Lars fest binden.

Lars Beziehung zu Simon endete abrupt, nachdem beide unterschiedliche Vorstellungen davon hatten. Währen Simon lieber eine offene Beziehung wollte, wollte sich Lars fest binden.

Anna Deér
Lars
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau. WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, in und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Anna Deér
Ella
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Anna Deér

Darum gehts

  • Lars lernte vor einiger Zeit Simon kennen, von dem er sofort hin und weg war.
  • Zwischen den beiden bandelte sich etwas an, doch Lars beschlich das Gefühl, dass er für Simon nicht der Einzige ist.
  • Seine Befürchtung sollte sich bald bewahrheiten: Während Simon mit einem anderen Mann eng am Tanzen war, machte sich Lars auf den Heimweg.
  • Am nächsten Tag suchte Lars das Gespräch. Es stellte sich heraus, dass Simon eine offene Beziehung wollte. Lars nicht und so trennten sich die Wege der beiden.
  • Einige Tage später verlangte Simon seine Gleitcreme zurück und fragte nach einem gemeinsamen Treffen. «Ich legte die Gleitcreme in Simons Briefkasten, getroffen habe ich ihn aber nicht. Nie mehr.»

Simon hatte saftige Waden an etwas kurzen Oberschenkeln und ein schiefes Lächeln, das überraschend spitze Eckzähne entblösste. Wenn er einen frechen Witz machte und losprustete, erinnerte er mich an ein schadenfreudiges kleines Raubtier, das gerade eine Maus zur Strecke gebracht hatte. Irgendwie süss, aber dennoch brutal. Ich fand ihn rundum niedlich – und verknallte mich total. Zum ersten Mal hatte ich jemanden neben, unter und auf mir, der mir das Gefühl gab, der Grösste und «jaaah, mach weiter, du bist der Beste» zu sein. Und ich tat alles, um dieser neuartigen und aufregenden Rolle gerecht zu werden.

Liebestrunken übernahm ich Restaurantrechnungen und die Kosten der Einkäufe für gemeinsame Abendessen. Immerhin: Simon machte grosse, süsse Raubtieraugen und zahlte das Busticket zu seinem Lieblings-Spezialitätenladen. Als er mal sagte «du siehst sexy aus, wenn du dein Cap andersrum trägst», sahen meine Haare einen Sommer lang kein Sonnenlicht mehr. Ich musste mir eingestehen, dass ich mich in Simons Liebes-Labyrinth, in dem ich der «starke Minotauros-Macker» sein musste, verirrt hatte. Und in den Windungen dieses Labyrinths habe ich mich selbst zurückgelassen.

«Mich beschlich das Gefühl, seinem Flirt-Appetit nicht zu genügen»

Simon flirtete viel. Und gut. In der Bar berührte er wie zufällig die Brust von einem der vielen Typen, die sich um ihn geschart hatten. Machte anzügliche Sprüche mit Raubtierchen-Grinsen und einem Zwinkern in den Augen. Hier und da traf er Männer zum Café und schwärmte mir später von ihren beruflichen Errungenschaften vor. Ich versuchte, diese kleinen Eigenheiten hinzunehmen, ohne eifersüchtig zu sein. Was mir angesichts meines Efforts, Simon zu beeindrucken, schwer fiel. Natürlich gab es die schönen Momente. Strandferien auf dem Campingplatz, betrunkene Abende bei Freunden, die zu WG-Partys ausarteten. Dann war die Welt in meinem kleinen Labyrinth so, wie sie sein sollte. Trotzdem beschlich mich zunehmend das Gefühl, diesem kleinen Mann mit grossem Flirt-Appetit nicht ganz zu genügen.

Während einer wilden Partynacht verabschiedete ich mich von Simon, der gerade mit einem anderen Mann tanzte. Die beiden waren den ganzen Abend schon «on fire» und ich hatte keine Lust, mir das länger anzusehen. Ich hatte kein gutes Gefühl, als ich Simon umarmte, während sein Blick unablässig seinen Tanzpartner fixierte. Würden die beiden es heute Nacht miteinander treiben? Verpasste ich einen Dreier und sollte mitmachen? Zahlreiche Fragen gingen mir durch den Kopf, als ich die Tanzfläche verliess.

«Ich legte ihm die Gleitcreme in den Briefkasten, getroffen habe ich ihn nie mehr»

Mein nagendes Gefühl liess mir keine Ruhe. Am nächsten Tag suchte ich das Gespräch. Simon wollte eine offene Beziehung. Ich nicht. Wir redeten lange – und machten dann Schluss. Als ich bereits am Gehen war, blickte ich ein letztes Mal in die grossen Raubtierchenaugen, die nun etwas feucht schienen.

Ein paar Tage später schrieb mir Simon «Hast du Zeit und Lust auf ein Bier? Ah, und du hast noch meine Gleitcreme, könntest du die gleich mitbringen? Sie war echt teuer.» Ich legte die Gleitcreme in Simons Briefkasten, getroffen habe ich ihn aber nicht. Nie mehr. Vielleicht, weil ich immer noch verletzt bin. Aber auch, weil ich bei raubtierartigen Eckzahnlächeln und grossen Kulleraugen beginne, mich selbst zu vergessen.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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