Bundesliga: Kantersieg für Gladbach in Leverkusen

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BundesligaKantersieg für Gladbach in Leverkusen

Kaiserslautern und Hoffenheim vor Mainz, dem HSV und Hannover: Vor der Länderspiel-Pause und nach zwei Bundesliga-Runden weisen diese fünf Teams das Punktemaximum auf. Vier Mannschaften haben dagegen Grund zum Jammern.

von
fox
Borussia Mönchengladbach zersauste die Bayer-11 auf eigenem Platz.

Borussia Mönchengladbach zersauste die Bayer-11 auf eigenem Platz.

Eine Goleada mit unschönen Folgen für das Heimteam erlebten die Besucher am Sonntag in der BayArena. Leverkusen wurde von Rivale Mönchengladbach, der in den letzten 26 Spielen gegen Bayer seit 1994 jeweils nichts zu bestellen hatte, im 57. Rhein-Derby im eigenen Stadion 6:3 bezwungen. Eren Derdiyoks erster Saisontreffer per Kopfball zum 1:1 (24.) blieb ein Eintrag in die Statistik.

Leverkusen bekundete insbesondere mit den schnellen Gladbacher Angriffen immer wieder Probleme. Die Folge waren sechs teils herrliche Tore der aufmüpfigen Gäste und die höchste Heimniederlage seit mehr als 26 Jahren (1:5 gegen Bayern München im Januar 1984). Abwehrchef Sami Hyypiä, der seinen Vertrag bis 2012 verlängert hat, sprach von einer «Lehrstunde», für Goalie René Adler war «die ganze Defensive eine Katastrophe».

Zwei Gesichter

Mit Wolfsburg lieferte ein zweites Heimteam eine Vorstellung ab, die für Kopfschütteln sorgte. Denn erstmals seit über 19 Jahren gab eine Mannschaft eine 3:0-Führung noch aus den Händen. Dank Treffern von Doppeltorschütze Edin Dzeko, der zum Top-Goalgetter der Vereinsgeschichte avanciert ist, und dem debütierenden Regisseur Diego hatte sich Wolfsburg zwischen der 24. und 30. Minute vermeintlich entscheidend abgesetzt.

Was nach der «Demonstration unserer Stärke» (Zitat Diego) folgte, beschrieb Wolfsburgs neuer Trainer Steve McClaren als «Dr. Jekyll- und Mr. Hyde-Vorstellung». Die Gesichtsfarbe des Engländers nahm spätestens nach dem zweiten Gegentor einen ähnlichen Rotton wie das Mainzer Trikot an. Kurz vor Abpfiff, als der Ungar Adam Szalai nach geschichter Drehung zum 4:3 getroffen hatte, trat McClaren heftig gegen eine Werbebande, die daraufhin zerbrach. «Wenn man nach einer 3:0-Führung noch verliert, dann sind mentale und charakterliche Probleme offensichtlich», ärgerte sich der Trainer. «Ich habe niemals zuvor so einen dramatischen Qualitätsverlust gesehen.»

Magaths Frust-Shopping

Auch Schalke leistete gegen Hannover (1:2) bedenklich schwache Arbeit, während 90 Minuten notabene. Die Folge war die zweite Niederlage im zweiten Spiel, was den «Königsblauen» zuletzt 1987, ihrem Trainer Felix Magath noch gar nie passiert ist. Grösste Sorge bereitete Magath seine völlig umgestellte Abwehr. Schalke hätte sich auch über fünf oder mehr Gegentore nicht beklagen können. Das Fett weg bekam insbesondere Neuzuzug Christoph Metzelder. «Er wurde geholt, um die Abwehr zu stabilisieren. Das funktioniert momentan nicht. Er hat keine gute Phase», so Magath.

Der je nach Sichtweise mit zu viel Macht ausgestattete Magath verteidigte seinen eingeschlagenen Kurs auch nach einem vierstündigen Treffen mit Fanvertretern und der Vereinsführung vehement. «Ich kann nicht aus Angst, dass etwas schiefgehen könnte, alles so belassen, wie es war», sagte er. «Wir werden mal schauen, wo wir noch überall nachrüsten. Wir haben ja noch Geld.» Rund 13 Millionen Euro wird allein die Verpflichtung des holländischen Stürmers Klaas-Jan Huntelaar kosten, die unmittelbar bevorstehen soll. Für weitere Transfers muss sich Magath sputen, die Wechselperiode endet am 31. August um Mitternacht.

Schwache erste Halbzeit des VfB

Die Scouts der Young Boys werden Trainer Vladimir Petkovic von Stuttgarter Abwehrschwächen berichten. Das Team von Christian Gross bot beim 1:3 gegen Dortmund vor allem in den ersten 45 Minuten eine indiskutable Leistung, zwei Gegentore verschuldete Georg Niedermeier mit unkontrollierten Kopfbällen. Der BVB bestrafte die Willenlosigkeit der Schwaben mit drei Toren. «Es gibt nichts zu beschönigen», so Gross. «Ich bin trotzdem weit davon entfernt, alles negativ zu sehen. Wir müssen mehr agieren und weniger reagieren.» Stuttgart lieferte abermals den Beweis dafür, dass es nach dem missratenen Saisonstart (Rang 18) personelle Verstärkung braucht. Erste Wahl ist offenbar der bei Juve in Ungnade gefallene Mauro Camoranesi.

Bundesliga, 2. Runde

Stuttgart - Dortmund 1:3 (0:3)

Mercedes-Benz-Arena. - 40 500 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 5. Boulahrouz (Eigentor) 0:1. 26. Barrios 0:2. 37. Götze 0:3. 69. Cacau 1:3.

Bemerkung: Stuttgart ohne Degen (krank).

Leverkusen - Mönchengladbach 3:6 (1:3)

BayArena. - 30 210 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 20. Herrmann 0:1. 24. Derdiyok 1:1. 40. Brouwers 1:2. 44. Herrmann 1:3. 56. Arango 1:4. 58. Vidal (Foulpenalty) 2:4. 60. Idrissou 2:5. 69. Reus 2:6. 70. Kiessling 3:6. Bemerkungen: Leverkusen bis 63. mit Barnetta und mit Derdiyok.

St. Pauli - Hoffenheim 0:1 (0:0)

Millerntor. - 23 496 Zuschauer.

Tor: 87. Vorsah 0:1.

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 1:3 (1:0)

Commerzbank-Arena. - 51 500 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 37. Altintop 1:0. 60. Mathijsen 1:1. 81. Van Nistelrooy 1:2. 89. Guerrero 1:3.

Bemerkung: Frankfurt mit Schwegler (31. verwarnt).

Nürnberg - Freiburg 1:2 (1:1)

Easy-Credit-Stadion. - 36 780 Zuschauer.

Tore: 15. Schieber 1:0. 40. Cissé (Foulpenalty) 1:1. 52. Cissé 1:2.

Bemerkung: Nürnberg bis 73. mit Bunjaku.

Schalke - Hannover 1:2 (0:1)

Veltins-Arena. - 61 226 Zuschauer.

Tore: 31. Rausch 0:1. 49. Abdellaoue 0:2. 82. Jones 1:2.

Bemerkungen: Schalke ohne Gavranovic, Hannover ohne Eggimann (beide verletzt).

Wolfsburg - Mainz 3:4 (3:1)

VW-Arena. - 26 116 Zuschauer.

Tore: 24. Dzeko 1:0. 27. Dzeko 2:0. 30. Diego 3:0. 39. Rasmussen 3:1. 48. Soto 3:2. 58. Schürrle 3:3. 85. Szalai 3:4.

Bemerkungen: Wolfsburg mit Benaglio, ohne Hitz (Ersatz) und Ben Khalifa (nicht im Aufgebot).

Werder Bremen - 1. FC Köln 4:2 (2:1)

Weserstadion. - 35 500 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 33. Frings (Foulpenalty) 1:0. 36. Arnautovic 2:0. 37. Podolski 2:1. 74. Almeida 3:1. 91. Arnautovic 4:1. 93. McKenna 4:2.

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(fox/si)

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