Aktualisiert 28.03.2014 05:03

Schon wieder

Kantischüler streiken gegen Spardruck

An der Kantonsschule Alpenquai hat eine Schulklasse gegen die Sparmassnahmen des Kantons demonstriert. Der Leiter für Gymnasialbildung hat Verständnis für sie.

von
Sarah Weissmann

Kantischüler setzen sich zunehmend gegen den Sparkurs des Kantons an ihren Schulen zur Wehr. Jüngstes Beispiel ist die Kanti Alpenquai. Die Schüler der Klasse 4rd versammelten sich am Donnerstagmorgen auf dem Schulgelände der Kantonsschule – allesamt in schwarzer Kleidung und mit an die «Anonymous»-Bewegung erinnernden weissen Masken. Die Transparente verrieten, worum es den Schüler geht: «1. Opfer der Sparmassnahmen - R.I.P 4rd.»

Mit dieser Demonstration reagieren die Schüler auf die geplante Auflösung ihrer Klasse. «Wir verstehen nicht, dass eine Klasse der Kosten wegen aufgelöst und in andere Klassen verteilt wird, der Kanton aber gleichzeitig Millionen in WLAN an Schulen investiert - es wird am falschen Ort gespart», sagt eine Schülerin.

Schon im Oktober 2013 planten Schüler gegen Sparmassnahmen an ihren Schulen zu demonstrieren: Damals ging es um Zwangsferien an den Kantis. Und im November 2012 hatten 200 Schüler mit einem Flashmob mitten in Luzern gegen die Schliessung der Kanti Musegg protestiert (20 Minuten berichtete).

«Äpfel nicht mit Birnen vergleichen»

Aldo Magno, Leiter Dienststelle Gymnasialbildung, zeigt Verständnis für die Schüler: «Ich finde es positiv, dass sich die Schüler politisch äussern. Es ist gut, dass sie für ihr Recht einstehen.» Doch: Man dürfe Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. «Das Zusammenlegen von Klassen müssen wir an den Schulen jedes Jahr durchführen. Dabei geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit den Steuergeldern. Mit der WLAN-Installation investieren wir in die Jugendbildung und es ist eine einmalige Ausgabe, die sich rentiert.» Denn so benötige man auf Dauer weniger Computer an den Schulen.

Sorgsamer Umgang mit finanziellen Mitteln

Magno betont ausserdem, dass Klassen nur dann zusammengelegt werden, wenn es pädagogisch vertretbar sei. So würde eine Maturaklasse möglichst nie aufgelöst werden. «Die Aufteilung einer Klasse ist von der Schulleitung jeweils gut geplant. Sie tut das nur, weil sie verlässliche Zahlen hat.» Denn jedes Jahr würden Schüler die Schule wechseln oder ins Ausland gehen. «Dann kommt es zu einem Unterbestand der Klassen – und wir haben knappe finanzielle Mittel, mit denen es sorgsam umzugehen gilt.»

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