18.10.2020 11:01

CoronavirusKanton Bern geht wegen Masken-Dispensen gegen Ärztin vor

Eine Ärztin aus dem Kanton Bern soll «leichtfertig» Masken-Dispense ausgestellt haben. Nun geht die Berner Gesundheitsdirektion gegen die Masken-Gegnerin vor.

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Eine Berner Ärztin stellte Masken-Dispense aus, ohne die Patienten überhaupt gesehen zu haben.

Eine Berner Ärztin stellte Masken-Dispense aus, ohne die Patienten überhaupt gesehen zu haben.

Getty Images/Symbolbild
Wer auf die Maskenpflicht aus ideologischen Gründen verzichten wollte, konnte sich bei ihr melden.

Wer auf die Maskenpflicht aus ideologischen Gründen verzichten wollte, konnte sich bei ihr melden.

Foto: Hans Peter Roth
Die Dispens bekam man für eine Gebühr von 20 Franken nach Hause geschickt.

Die Dispens bekam man für eine Gebühr von 20 Franken nach Hause geschickt.

KEYSTONE

Wer aus ideologischen Gründen keine Maske tragen will, konnte sich bislang an die Berner Ärztin R.W wenden. Die Fachärztin hat «leichtfertig» Masken-Dispensen ausgestellt, wie die «Sonntags Zeitung» berichtet. Für 20 Franken habe die Frau einem die Dispens bequem nach Hause geschickt, ohne den Patienten überhaupt gesehen zu haben. Gemäss der «Sonntags Zeitung» ist die Ärztin Teil eines Netzwerks von Corona-Skeptikern und engagiert sich unter anderem für das Referendum gegen das Corona-Notrecht. Auf ihrer Webseite gibt sie Tipps, wie die das Tragen von Schutzmasken umgangen werden kann.

Mittlerweile hat sich die Berner Gesundheitsdirektion eingeschaltet und ein Aufsichtsverfahren gegen die Frau eröffnet. Im schlimmsten Fall droht der Ärztin der Entzug ihrer Bewilligung zur Berufsausübung. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass das Attest ohne Konsultation ausgestellt wurde, könnte dies nämlich eine Verletzung der ärztlichen Berufspflicht darstellen. Falls es soweit kommt, kann sich die Ärztin vor Gericht gegen den Entscheid wehren.

(RC)

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