Medienkonferenz im Kanton Bern - «Ab nächster Woche werden wir Gruppenimpfungen durchführen»

Medienkonferenz im Kanton Bern«Ab nächster Woche werden wir Gruppenimpfungen durchführen»

An einer Medienkonferenz am Freitag informiert die Berner Kantonsregierung über ihre Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus. Auch wie man mögliche Grossanlässe angehen will, wird Thema sein. 20 Minuten berichtet live.

von
Newsdesk

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Freitag, 07.05.2021

Das Wichtigste in Kürze

Die Medienkonferenz ist beendet. Hier noch einmal die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Am Montag eröffnet auf dem Bernexpo-Gelände das zehnte Impfzentrum. Ab Mitte Mai wird der Kanton dort auch Gruppen- und Betriebsimpfungen durchführen. Dazu werden beispielsweise die Mitarbeitenden von Kindertagesstätten oder Lehrpersonen eingeladen.

  • Knapp 60 Prozent der bernischen Bevölkerung über 16 Jahre haben sich über vacme für eine Impfung angemeldet. 130'000 Menschen wurden bereits vollständig geimpft. Das entspricht 14 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre. Insgesamt wurden bereits 400'000 Dosen verabreicht.

  • Ab nächster Woche wird auch in rund 100 Apotheken im Kantonsgebiet geimpft.

  • Der Kanton Bern hat je eine Veranstaltung aus dem Profi- und Amateursport, dem Kulturbereich, Party und Wirtschaft als Pilotanlässe ausgesucht. An ihnen sollen im Juni mit 300 bis 600 Gästen getestet werden, ob Grossveranstaltungen bald wieder möglich sind.

  • An den Schultests im Kanton haben bisher 80'000 Personen teilgenommen. Dabei sind nur neun Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Medienkonferenz ist fertig

Die Medienkonferenz in Bern ist fertig. Danke fürs Mitlesen.

Wieso sollen bereits Geimpfte nicht getestet werden?

Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala: «Es handelt sich dabei wohl um eine Vorgabe des BAG bezüglich den Tests in Mittelschulen. Man befürchtet wohl falsche positive oder negative Tests.»

Wie viele Veranstalter haben sich gemeldet?

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg erklärt, dass rund ein Dutzend Projekte eingereicht wurden.

Bleibt die 100er-Grenze bei Demos?

Sicherheitsdirektor Philippe Müller gibt an, dass die Regelung sicher noch bis Ende Mai bestehen bleibe.

Wie wurden die Pilotanlässe ausgewählt?

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg: «Wir wollten verschiedene Kategorien abdecken. Anschliessend kam es zur Evaluation und zum Entscheid.» An den Pilotanlässen werden 300 bis 600 Personen zugelassen.

Gab es in Köniz einen Fall von fehlerhaften Pool-Tests?

Kantonsvertreter Ben Nescher erklärt, dass die Tests immer eine Varianz aufweisen. Deshalb kann es dazu kommen, dass sie noch einmal geprüft werden müssen. Man hat die betroffenen Tests aber nochmal angeschaut und keine positive Tests dabei entdeckt.

Wie viele fehlerhafte Tests gab es bisher in den Schulen?

Kantonsvertreter Ben Nescher gibt an, dass die Pool-Tests in der Schule gut verlaufen seien. Es sei nur vereinzelt zu Verzögerungen gekommen.

Was sind die Rahmenbedingungen für die Pilotanlässe?

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg: «Die Vorgaben kommen vom Bund. Wir arbeiten aber bei der Umsetzung mit den Veranstaltern zusammen.»

Wie sieht es bei den Impfungen in den Betrieben aus?

Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala gibt an, dass man festgestellt habe, dass sich viele Unternehmen mit dem Testen schwer getan haben. Darum biete der Kanton nun auf dem BEA-Expo-Areal die Gruppen-Impfungen an.

Welche Pilotprojekte gibt es?

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg: «Es handelt sich dabei um die Schweizer Meisterschaft in der Leichtathletik und das 25-Jahre Jubiläum des FC Gerzensee. Dazu kommen noch ein Event im kulturellen Bereich, eine Party so wie die «Start-Up-Days» in Bern.»

Wie hoch ist die Impfquote?

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg: «Von den besonders gefährdeten Personen sind 70 bis 90 Prozent der Personen geimpft. Dabei handelt es sich um Personen, die sich für eine Impfung angemeldet haben. Bei den Altersheimen sieht die Quote ähnliche aus. Bei der übrigen Bevölkerung sind rund die Hälfte der Personen bereits geimpft oder für einen Termin vorgemerkt.»

Fragerunde

Nun kann die Bevölkerung online Fragen stellen.

Massentests in Schulen

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg gibt an, dass sich bei den bisher untersuchten Schulen nur sehr wenige Infektionen gezeigt haben. Man wolle dieses Modell darum in den kommenden Tagen und Wochen auch auf die Berufsschulen ausweiten.

Trotz Sommerbeginn bleibt die Lage angespannt

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg: «Wir stehen vor einer entscheidenden Phase. Die Situation verbessert sich derzeit. Für viele bleibt die Lage aber angespannt. Wir hoffen, dass wir Schritt für Schritt Abhilfe leisten können. Auch wenn jetzt das schöne Wetter kommt, bedeutet dies nicht, dass wir uns ohne Vorsicht draussen bewegen können. Die Distanz-, Masken-, und Gruppen-Regeln gelten nach wie vor. » Schnegg hält die Bevölkerung dazu an, sich weiterhin testen zu lassen.

Covid-Zertifikat

Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala: «Für Geimpfte besteht schon ein Mechanismus – ihre Daten können wir über vacme prüfen. Für Genesene und Getestete müssen allerdings noch Prozeduren erarbeitet werden. Bereits heute tragen wir die Impfung ins Impfbüchlein ein, wenn dies jemand wünscht.»

Gruppenimpfungen

Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala: «In den kommenden Wochen und Monaten treffen weitere Dosen im Kanton ein. Aus diesem Grund konnten wir am 5. Mai die Impfung für sämtliche Bevölkerungsgruppen eröffnen.

Ab kommender Woche werden wir auch Gruppenimpfungen durchführen. Dies betrifft beispielsweise Organisationen wie Swiss Olympic oder Kindertagesstätten.» Mitglieder der Gruppen können sich auf einem separaten Buchungsportal (neben vacme) dafür registrieren.

Neu wird auch in Apotheken geimpft

Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala: «Bereits 14 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre wurde doppelt geimpft. Mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung wurde bereits geimpft oder hat einen Termin.»

An Spitzentagen würden 12'000 Dosen verabreicht. Ausserdem spricht Kaczala an, welche Rolle die Hausärzte bei der Massenimpfung spielen. Ab nächster Woche kommen ausserdem rund 100 Apotheken hinzu. Ausserdem hat der Kanton ein zehntes Impfzentrum in der Messe Bern eröffnet.

«Wir sind immer bereit, das Beste für die Bevölkerung zu geben»

Sicherheitsdirektor Philippe Müller spricht die Rolle der Kantonspolizei bei der Bekämpfung der Pandemie an. Bis zu 60 Personen hätten bei der Verteilung des medizinischen Materials sowie beim Contact Tracing und der Hotline geholfen.

Die Sicherheitsdirektion sei bei der Erarbeitung, Planung und Umsetzung der Impfzentren, dem Pool-Testen in den Schulen sowie bei der Plattform zur Impf-Anmeldung beteiligt. «Wir sind immer bereit, das Beste für die Bevölkerung zu geben. Wir wissen auch, dass die Massnahmen nicht immer auf vollstes Verständnis stossen.»

Versuche mit Massenveranstaltungen

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg: «Der Bundesrat hat für den Monat Juni die Möglichkeit von Pilotprojekten im Bereich der Grossveranstaltungen angeboten. Wir möchten dies nutzen. Eine Veranstaltung im Sport, eine Vereinsfeier und die «Start-Up-Days» in Bern werden die Pilotprojekte im Kanton Bern sein, bei denen wir die Massnahmen prüfen möchten. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse. Wir arbeiten dafür mit mehreren Partnern zusammen.»