Coronavirus in Bern - Spitzt sich die Lage weiter zu, will der Kanton das Zertifikat öfter einsetzen
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Coronavirus in BernSpitzt sich die Lage weiter zu, will der Kanton das Zertifikat öfter einsetzen

Verschärft sich die Lage weiter, will der Kanton Bern das Covid-Zertifikat breiter einsetzen. Wann genau die Massnahme ergriffen würde, ist indes noch unklar.

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Arbeitgeberinnen, Politiker und Gesundheitsfachleute haben sich für einen breiteren Einsatz des Covid-Zertifikats ausgesprochen.

Arbeitgeberinnen, Politiker und Gesundheitsfachleute haben sich für einen breiteren Einsatz des Covid-Zertifikats ausgesprochen.

20min/Michael Scherrer
Auch der Kanton Bern zieht einen solchen in Betracht, sollte sich die Lage zuspitzen.

Auch der Kanton Bern zieht einen solchen in Betracht, sollte sich die Lage zuspitzen.

20min/Taddeo Cerletti
In Frage kämen dabei Restaurants und andere Innenbereiche.

In Frage kämen dabei Restaurants und andere Innenbereiche.

Madeleine Schoder/Tamedia

Darum gehts

  • Der Kanton Bern sieht vor, die Covid-Zertifikatspflicht auszuweiten, falls sich die Delta-Variante unkontrolliert vermehrt.

  • Laut dem Sprecher der Gesundheitsdirektion kämen für die Erweiterung Restaurants und andere Innenbereiche in Frage.

  • Im Hinblick auf den Zertifikatseinsatz am Arbeitsplatz gibt er sich zurückhaltend.

Zwei Drittel der Erwachsenen ab 16 Jahren in der Schweiz sind mindestens einmal geimpft. In den letzten Wochen hat die Impfkampagne jedoch massiv an Fahrt verloren, die Zahl der täglich verabreichten Dosen ist mittlerweile auf das Niveau von April gesunken. Vom angestrebten Impfziel 80 Prozent ist man weit entfernt. Zugleich verdoppeln sich die Fallzahlen praktisch jede Woche, unter anderem wegen der ansteckenderen Delta-Variante.

Arbeitgeberinnen, Politiker und Gesundheitsfachleute wollen das Covid-Zertifikat breiter einsetzen. Auch der Kanton Bern sieht laut der Zeitung «Bund» eine Ausweitung der Zertifikatspflicht vor, wenn sich die Lage weiter verschärft. In Frage kämen dabei «Restaurants und andere Innenbereiche», wie Gundekar Giebel, Sprecher der Berner Gesundheitsdirektion, auf Anfrage von 20 Minuten erklärt. Der Kanton könne basierend auf der epidemiologischen Lage in Eigenregie solche Massnahmen ergreifen.

Die Gefahr einer Zweiklassengesellschaft, vor der manche warnen, sieht Giebel nicht: «Wenn sich jemand für oder gegen etwas entscheidet, nimmt er immer die Konsequenzen seines Entscheids in Kauf.» Den Entscheid könne man niemandem abnehmen.

Kriterien noch zu definieren

Was den Einsatz des Zertifikats am Arbeitsplatz anbelangt, gibt sich Giebel zurückhaltend. «Eine einfachere Lösung wäre die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht», sagt er. Auch die unter anderem von Impfkommissionschef Christoph Berger geäusserte Forderung, wonach Angehörige des Pflege-, Lehr- und Kitapersonals nur noch zur Arbeit dürfen, wenn sie nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind, sei sorgfältig zu prüfen. Besagte Berufsgruppen müssten «jeweils spezifisch eingebunden werden, damit gezielte Massnahmen auch begründbar bleiben», so Giebel.

Er betont jedoch, dass solche Massnahmen lediglich eine Notlösung wären. Die wichtigste und langfristigste Strategie bleibe die Impfung. «Alles andere ist ein Ausweichen, welches nur einen kurzfristigen Nutzen hat; und dieser Nutzen kann sehr schnell wegfallen, wenn die Fallzahlen in die Höhe schnellen.»

Doch wie sehr müsste sich die Lage zuspitzen, damit die Zertifikatspflicht in Restaurants oder Kinos im Kanton Bern zum Thema wird? «Diese Indikatoren sind wir am Klären, da die Fallzahl selbst bei freibleibenden Spital- und IPS-Betten aktuell nicht der beste Indikator zu sein scheint», sagt Giebel. Man werde sich auf verschiedene Schlüsselzahlen wie beispielsweise die Positivitätsrate oder Ergebnisse aus Massentests an Schulen stützen.

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(sul)

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