22.09.2020 21:34

LuzernKanton hat «Massnahmen» gegen corona-kritischen Arzt eingeleitet

Der Luzerner Arzt und Corona-Skeptiker Andreas Heisler redet und schreibt öffentlich über seine skeptischen Ansichten zu Corona – die Massnahmen der Behörden hält er für schädlich für die Bevölkerung. Nun wird er mit dem Luzerner Kantonsarzt zu tun bekommen.

von
Martin Messmer
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Der Luzerner Arzt Andreas Heisler an der Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen in Altdorf.

Der Luzerner Arzt Andreas Heisler an der Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen in Altdorf.

Screenshot Youtube
Neben Reden an Demos hat Heisler auch in Briefen an die Behörden die Corona-Massnahmen kritisiert. Auf Anfrage von 20 Minuten sagte er , es gebe Patienten, die sich von ihm abwenden würden. Aber mehr, die nun extra zu ihm kommen würden. 

Neben Reden an Demos hat Heisler auch in Briefen an die Behörden die Corona-Massnahmen kritisiert. Auf Anfrage von 20 Minuten sagte er , es gebe Patienten, die sich von ihm abwenden würden. Aber mehr, die nun extra zu ihm kommen würden.

Screenshot Youtube
Nun hat das Gesundheits- und Sozialdepartement (GSD) des Kantons Luzern «Massnahmen im Fall» eingeleitet. Heisler sagt,  dass er nun auf dem Radar des Kantonsarztes sei, «das macht mir natürlich schon Sorgen, die Praxis ist schliesslich meine Existenz. Aber ich lasse mich auf keinen Fall verbiegen». 

Nun hat das Gesundheits- und Sozialdepartement (GSD) des Kantons Luzern «Massnahmen im Fall» eingeleitet. Heisler sagt, dass er nun auf dem Radar des Kantonsarztes sei, «das macht mir natürlich schon Sorgen, die Praxis ist schliesslich meine Existenz. Aber ich lasse mich auf keinen Fall verbiegen».

rontalpraxis.ch

Darum gehts

  • Der Luzerner Arzt Andreas Heisler ist Corona-Kritiker und kämpft gegen die Massnahmen der Behörden zur Eindämmung der Pandemie.
  • Das Gesundheits- und Sozialdepartement hat nun in diesem Fall Massnahmen eingeleitet.
  • Im Kanton Luzern herrscht keine generelle Maskenpflicht für Ärzte.
  • Eine Verletzung der Berufspflichten kann laut Kanton disziplinarische Massnahmen nach sich ziehen.

Er hat öffentliche Briefe an den Bundesrat geschrieben, ist öffentlich vor die Mikrofone getreten und gibt in Medien über seine Ansichten Auskunft: Andreas Heisler, Luzerner Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Corona-Skeptiker, kämpft gegen die seiner Meinung nach schädlichen Massnahmen der Behörden gegen die Corona-Pandemie. Diese hat er zum Beispiel schon öffentlich als «Test-Pandemie» bezeichnet. Und Masken in seiner Praxis trägt er nur, wenn er schwer lungenkranke Menschen behandelt oder Patienten dies explizit wünschten. Obwohl im Schutzkonzept des Ärzteverbandes FMH empfohlen wird, bei jedem Patientenkontakt eine Maske zu tragen.

Nun befassen sich die Behörden mit dem corona-kritischen Arzt. «Das Gesundheits- und Sozialdepartement (GSD) hat im besagten Fall die notwendigen Massnahmen eingeleitet», hiess es auf Anfrage beim Kanton Luzern. Über laufende Abklärungen könne keine weitere Auskunft gegeben werden, dies aus Gründen des Amtsgeheimnisses und des Persönlichkeitschutzes.

Generelle Maskenpflicht für Ärzte gibt es in Luzern nicht

Allgemein äussert sich das GDS aber zum Thema. Es teilt mit: «Ärzte sind gesetzlich verpflichtet,
ärztliche Tätigkeit sorgfältig und gewissenhaft auszuüben. Im Rahmen der Covid-19-
Pandemie beinhaltet diese Pflicht im Besonderen, dass sie ungeachtet einer allenfalls
abweichenden persönlichen Überzeugung die zum Schutz von Patienten und Angestellten empfohlenen Schutzmassnahmen wie Hygiene, Abstand, Gesichtsmasken etc. umzusetzen haben.»

Eine generelle Maskenpflicht für Ärzte gebe es im Kanton Luzern aber nicht, teilte das GDS weiter mit. «Ob das Tragen einer Schutzmaske während der gesamten Präsenzzeit notwendig ist, muss im Einzelfall beurteilt werden.» Jeder Arzt müsse für seine Praxis das Schutzkonzept auf seine Verhältnisse vor Ort überprüfen und dann ein eigenes Schutzkonzept – adaptiert auf seine lokalen Verhältnisse – erstellen. Das erwähnte Schutzkonzept der FMH sei dabei ein Leitfaden.

«Ich mache mir natürlich schon Sorgen»

Heislers Rontalpraxis ist derweil noch geschlossen, da ihm alle Angestellten davongelaufen sind, weil sie seine Corona-Einstellung nicht teilen. Anfang Oktober will er wieder Patienten empfangen. Dass er nun auf dem Radar des Kantonsarztes ist, «das macht mir natürlich schon Sorgen, die Praxis ist schliesslich meine Existenz. Aber ich lasse mich auf keinen Fall verbiegen». So werde er seine Patienten so behandeln, wie dies aus seiner Sicht richtig sei. Er werde nun dem Kantonsarzt einen Brief schreiben und sein Schutzkonzept erläutern. «Ich hoffe, dass wir uns finden, denn ich bin nämlich durchaus auch kompromissbereit.»

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