Neue Zollrichtline: Kanton interveniert bei Ueli Maurer, um Gemüseversorgung sicherzustellen
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Neue ZollrichtlineKanton interveniert bei Ueli Maurer, um Gemüseversorgung sicherzustellen

Grenznahe Gemüseproduzenten können ihre Ware bis jetzt praktisch frei in die Schweiz einführen und verkaufen. Eine neue Zollrichtlinie macht damit 2022 Schluss. Besonders betroffen davon ist Basel, weshalb die Regierung nun in Bern interveniert.

von
Lukas Hausendorf
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Frisches Marktgemüse kommt in Basel oft aus dem grenznahen Ausland. Die Ware ist auch bei Restaurants und Hotels heiss begehrt.

Frisches Marktgemüse kommt in Basel oft aus dem grenznahen Ausland. Die Ware ist auch bei Restaurants und Hotels heiss begehrt.

bs.ch/Sabine Schneeberger
Eine neue Zollrichtlinie würde die direkte Belieferung von Zwischenhändlern oder Grossabnehmern wie Gastronomen aber erschweren.

Eine neue Zollrichtlinie würde die direkte Belieferung von Zwischenhändlern oder Grossabnehmern wie Gastronomen aber erschweren.

bs.ch/Sabine Schneeberger
Bisher konnten bestimmte saisonale Produkte innerhalb eines Zehn-Kilometer-Radius praktisch frei bewegt werden. 

Bisher konnten bestimmte saisonale Produkte innerhalb eines Zehn-Kilometer-Radius praktisch frei bewegt werden.

bs.ch/Sabine Schneeberger

Darum gehts

  • Grenznahe Gemüseproduzenten können Schweizer Kunden direkt und ohne Verzollung beliefern.

  • Eine neue Zollrichtlinie des Bundes macht damit ab 2022 Schluss.

  • Dagegen interveniert nun die Basler Regierung in Bern.

Viele Basler Hotels und Restaurants beziehen frisches Gemüse direkt vom Produzenten. In der Region Basel sind viele Gemüseproduzenten aber auf der anderen Seite der Grenze daheim. Grenznahe Betriebe im Elsass (F) und Südbaden (D) beliefern zahlreiche Schweizer Kunden direkt. Denn: Klar definierte saisonale Produkte können in einem engen Radius von zehn Kilometern bis zu einem bestimmten Gesamtgewicht frei eingeführt werden. Damit soll per 1. Januar 2022 Schluss sein, wenn es nach der Eidgenössischen Zollverwaltung geht.

Mit Einführung einer neuen Zollrichtlinie werden Waren vom freien Marktverkehr ausgeschlossen werden, die direkt an den Wohnort, an Zwischenhändler oder Grossabnehmer geliefert werden. Sie müssten künftig als normale Handelswaren angemeldet werden und sind von jeglichen Abgabebefreiungen und administrativen Erleichterungen ausgeschlossen.

Gelebte Tradition in trinationaler Region

Die Basler Regierung will dies unbedingt verhindern und interveniert nun in Bern. Regierungspräsident Beat Jans hat Bundesrat Ueli Mauer deswegen einen Brief geschrieben und möchte die Angelegenheit direkt mit dem Bundesrat diskutieren, wie die Basler Regierung am Dienstag mitteilte. «Die bisherige, historisch gewachsene Regelung für den Marktverkehr in der engen Grenzzone zwischen der Schweiz und Deutschland sowie der Schweiz und Frankreich hat sich bewährt und entspricht der gelebten Tradition in unserer trinationalen Region», heisst es im Schreiben an den Finanzminister.

Zudem seien Marktwaren aus der Grenzzone für die Versorgung mit regionalen Lebensmittel notwendig. Denn bestimmte Produkte würden in der Schweiz nicht in ausreichender Menge produziert.

Produzenten fürchten Verluste

Die historisch gewachsene Zehn-Kilometer-Regelung, an der man in Basel festhalten will, datiert von 1958. Für viele grenznahe Betriebe ist sie von existenzieller Bedeutung. Der Wegfall von Kunden in Basel würde in seinem Betrieb zu Entlassungen führen, erklärte ein Demeter-Produzent der «Basler Zeitung». Manchmal frage er sich, ob die Schweizer Behörden wollen, dass noch mehr Leute über die Grenze zum Einkaufen gehen.

Deine Meinung

28 Kommentare
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Selbst ist der Gärtner

23.02.2021, 17:19

Ich produziere mein Gemüse selbst in meinem kl.Garten und Terrasse....und ich freue mich, es wachsen zu sehen.....

8-ung

23.02.2021, 17:06

damit sollen die JA zum rahmenbkommen gelockt werden...... doch für mich steht das JA ..... keine EU-gerichtsbarkeit, selbstbestimmend, keine EU-ler 3. klasse

Gurkensalat

23.02.2021, 17:05

Kauft das Gemüse in der Schweiz!!!