15.10.2020 15:48

Höhere ArbeitslosenquoteKanton Luzern will Arbeitslosen unter die Arme greifen

Die Arbeitslosenquote im Kanton Luzern ist aufgrund der Corona-Pandemie auf 2,3 Prozent gestiegen. Der Kanton setzt auf einen beschleunigten Wiedereingliederungsprozess.

von
Nadine Wechsler
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Im Kanton Luzern ist die Arbeitslosenquote in Folge der Corona-Pandemie auf 2.3 Prozent gestiegen.

Im Kanton Luzern ist die Arbeitslosenquote in Folge der Corona-Pandemie auf 2.3 Prozent gestiegen.

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Aktuell sind 9’000 Menschen auf Stellensuche, das sind 2’800 Personen mehr als im Vorjahr.

Aktuell sind 9’000 Menschen auf Stellensuche, das sind 2’800 Personen mehr als im Vorjahr.

Dominique Meienberg
Der Kanton Luzern beschleunigt darum den Wiedereingliederungsprozess.

Der Kanton Luzern beschleunigt darum den Wiedereingliederungsprozess.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Wegen der Corona-Pandemie ist die Arbeitslosenquote im Kanton Luzern auf 2.3 Prozent gestiegen.

  • Mit verschiedenen Massnahmen beschleunigt der Kanton nun den Wiedereingliederungsprozess.

  • Dabei setzt der Kanton auf individuelle Beratung der Stellensuchenden.

  • Das Augenmerk gilt besonders den Jüngeren.

Mit Wiedereingliederungsprogrammen und zusätzlichen Personalberatern hilft der Kanton Luzern Arbeitslosen, deren Zahl im Zuge der Corona-Krise steigt. Ein Augenmerk gilt besonders jüngeren und älteren Stellensuchenden.

Für das Jahr 2020 hatten man beim Sozialversicherungszentrum WAS Wirtschaft Arbeit Soziales im Kanton Luzern 6500 Stellensuchende budgetiert. Entsprechend starteten die Arbeitsvermittler mit rund 80 Personalberatern ins Jahr.

Doch dann erreichte die Corona-Pandemie die Schweiz. Aktuell sind im Kanton 9000 Menschen auf Stellensuche, 2800 mehr als im Vorjahr. Bis im kommenden Frühling rechne man mit einem Anstieg auf 11'000 Personen, sagte Sozialdirektor Guido Graf (CVP) am Donnerstag in Emmen LU vor den Medien. Er äusserte sich zu den Massnahmen, mit denen der Kanton dem Anstieg der Arbeitslosigkeit begegnen kann.

Laut Karin Lewis, Bereichsleiterin Arbeitsmarkt beim WAS, wurde die Zahl der RAV-Berater bereits auf 110 aufgestockt. Man befinde sich noch im Rekrutierungsprozess und strebe einen Bestand von 120 Beratern an. Diese finde man mitunter auch bei den Stellensuchenden, die sich beim RAV melden.

Gute Nachricht

Besonders betroffen von der Arbeitslosigkeit sei die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. Bei den Schulabgängern gebe es noch keinen Anstieg, wohl weil viele ihre Lehrverträge bereits im Trockenen hatten, als die Pandemie ausbrach. Man erwarte aber, dass sich die Lage für den Lehrstart 2021 anspanne.

Einen Anstieg von 165 auf 200 Arbeitslose verzeichnete der Kanton dagegen bei den Lehrabgängern. Lewis führt dies auch darauf zurück, dass die Betriebe wegen der Coronakrise ihre Lehrlinge nicht weiterbeschäftigten.

Am stärksten betroffen seien jedoch die jungen Berufsleute, die sich erst seit wenigen Jahren im Arbeitsmarkt befänden. Sie hätten oft befristete oder temporäre Arbeitsverträge, die einfach kündbar seien. Eine gute Nachricht sei jedoch, dass diese Kategorie – wohl auch wegen der relativ tiefen Löhne – im Schnitt bloss 50 Tage arbeitslos blieben, wogegen der gesamte Durchschnitt bei 130 Tagen liege.

Ü-50-Programme gestartet

Der Jugendarbeitslosigkeit begegne man etwa mit Schnupperlehren, Praktika oder Zwischenverdiensten. Grundsätzlich setze man auf rasche Erstgespräche und individuelle Beratung.

Für eine weitere «Sorgenkind»-Kategorie sind seit August drei Projekte am laufen, die der Kanton vom Bund bezahlt erhält. Von ihnen profitieren über 50-jährige Stellensuchende.

So helfen ihnen etwa neu Integrations-Coachs bei Stellensuche und Bewerbungen. Sie sind neben den RAV-Beratern tätig, die etwa auch Kontroll- und administrative Aufgaben übernehmen müssen. Die Programme sind bis Ende 2022 bewilligt.

In den ersten beiden Monaten habe man so bereits vier über 50-Jährige vermitteln können, sagte Lewis. Sie fanden Anstellungen im kaufmännischen Bereich, im Detailhandel und in der Gastronomie. Es gebe trotz der Coronakrise viele offene Stellen, aber oft entsprechen diese nicht der Nachfrage der Stellensuchenden.

(SDA)

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