Meistersause: Kanton möchte YB nicht an Pfingsten feiern lassen
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MeistersauseKanton möchte YB nicht an Pfingsten feiern lassen

YB möchte seine Meisterfeier am Pfingstsonntag durchführen. Weil der als hoher Feiertag gilt, ist der Kanton dagegen. Noch haben der Club und auch die Stadt aber Hoffnung.

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sul
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So möchten die YB-Akteure auch am Pfingstsonntag feiern. Per Gesetz dürfen an hohen Feiertagen jedoch keine Anlässe stattfinden, die «die Ruhe erheblich beeinträchtigen».

So möchten die YB-Akteure auch am Pfingstsonntag feiern. Per Gesetz dürfen an hohen Feiertagen jedoch keine Anlässe stattfinden, die «die Ruhe erheblich beeinträchtigen».

Keystone/Peter Klaunzer
Gemäss dem Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser gibts an der Regelung kein Rütteln.

Gemäss dem Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser gibts an der Regelung kein Rütteln.

Keystone/Peter Klaunzer
Aktuell würden konstruktive Gespräche mit den Behörden laufen, sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann: «Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.»

Aktuell würden konstruktive Gespräche mit den Behörden laufen, sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann: «Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.»

Keystone/Peter Schneider

Am Sonntag, 13. Mai, trägt YB sein letztes Heimspiel gegen den FC Lugano aus. Nach der Partie werden die Berner den Meisterpokal entgegennehmen. Zwei Wochen später, am 27. Mai, findet der Cupfinal gegen den FC Zürich statt. Ideal für die offizielle gelb-schwarze Meisterfeier wäre daher das Wochenende zwischen den beiden Terminen: das Pfingstwochenende. Davon fällt der Pfingstsamstag wegen des letzten Auswärtsspiels gegen GC schon mal weg.

Bleiben Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Wegen der längeren Cupfinal-Vorbereitung liegt die Präferenz von YB klar beim Sonntag. «So könnten die Spieler den Montag zur Regeneration nutzen», sagt Mediensprecher Albert Staudenmann. Am Dienstag müsse dagegen wieder trainiert werden. «Nach der Feier am Montag wäre ein konzentriertes Training aber kaum möglich.»

Allerdings gibts beim Pfingstsonntag einen Haken: Es ist ein hoher Feiertag, und an hohen Feiertagen verbietet das kantonale Feiertagsgesetz Anlässe, die «die Ruhe erheblich beeinträchtigen». Dazu gehören unter anderem Sportveranstaltungen.

«Ausnahmebewilligung nicht möglich»

Für Hans-Jürg Käser, Direktor der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern, gibt es an diesem Gesetz kein Rütteln. Gegenüber dem «Bund» sagte Käser, seine Direktion habe die Anfrage der von YB beauftragten Eventagentur Furrerhugi für eine Meisterfeier am Pfingstsonntag bereits letzte Woche abgelehnt. Der Entscheid sei endgültig. Eine Ausnahmebewilligung sei aufgrund der heute geltenden Regelung «nach juristischer Prüfung nicht möglich».

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause verweist auf die «riesigen Herausforderungen» der Meisterfeier in Sachen Crowd-Management: «Wir erwarten Zehntausende von Menschen und extreme Emotionen.» Die Stadt müsse daher Rahmenbedingungen schaffen, die es auch Familien mit kleinen Kindern ermöglichten, «den Meisterkübel gefahrlos zu sehen, ohne ins Gedränge zu geraten».

Auf Goodwill des Kantons hoffen

Der Bundesplatz allein mit seiner Kapazität von 25'000 bis 30'000 Menschen sei daher keine Option. «Wir wollen eine würdige Meisterfeier, die zwar auch auf dem Bundesplatz stattfindet, aber mit Umzug und fulminantem Schlussbouquet im Stade de Suisse», sagt Nause.

Der Vorteil beim Pfingstsonntag sei, dass man mit der Veranstaltung bereits am Mittag starten könne. «Aus sicherheitstechnischen Überlegungen muss man den Pfingstsonntag sicher in Betracht ziehen.» Zwar wäre in dieser Hinsicht auch der Pfingstmontag geeignet, doch berücksichtige die Stadt primär die Wünsche von YB, sagt Nause. «Als Stadt können wir nur unseren Wunsch anbringen und auf den Goodwill des Kantons hoffen», sagt Nause.

YB hofft weiter

Auch YB bleibt nichts anderes übrig. Sprecher Staudenmann findet, im Rahmen des sporthistorischen Ereignisses könne man «durchaus über eine Sonderbewilligung reden». Zurzeit würden konstruktive Gespräche mit den Behörden laufen. «Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben», sagt Staudenmann.

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