Kanton Baselland erntet Shitstorm für Tweet zu Maskenpflicht an Schule
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«Maskenpflicht ist Symbolpolitik»Bei diesem Tweet des Kantons hat das Vier-Augen-Prinzip versagt

Maskenpflicht an Schulen sei Symbolpolitik, twitterte der Kanton Baselland am Dienstag. Das sorgte für viel Kritik. Am Abend nahm der Kanton die Aussage zurück und entschuldigte sich.

von
Lukas Hausendorf
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Mit diesem Tweet setzte sich der Kanton Baselland am Dienstag in die Nesseln.

Mit diesem Tweet setzte sich der Kanton Baselland am Dienstag in die Nesseln.

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Später entschuldigte sich der Kanton für den Tweet und wies auf das etablierte Testsystem an den Schulen hin.

Später entschuldigte sich der Kanton für den Tweet und wies auf das etablierte Testsystem an den Schulen hin.

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Im Kanton Baselland werden an allen Schulen sogenannte Reihentests gemacht. Alle Schülerinnen und Schüler werden in Klassenpools wöchentlich getestet. Ist ein Pool positiv muss einzeln getestet werden.

Im Kanton Baselland werden an allen Schulen sogenannte Reihentests gemacht. Alle Schülerinnen und Schüler werden in Klassenpools wöchentlich getestet. Ist ein Pool positiv muss einzeln getestet werden.

20min/Taddeo Cerletti

Seit den Sommerferien steigt die Zahl positiv auf das Coronavirus getesteter Schülerinnen und Schüler rapide an, insbesondere in der Primarstufe. Woche für Woche meldet der Kanton Basel-Landschaft Zunahmen im knapp zweistelligen Prozentbereich. An den Sekundarschulen ist das Infektionsgeschehen deutlich schwächer, am wenigsten Neuansteckungen gibt es an den Mittelschulen. Das belegen die wöchentlichen Massentests, die an allen Schulen durchgeführt werden. Besonders für Eltern, deren Kinder die Primarschule besuchen, ist die Situation zunehmend belastend.

«Schulklassen müssen in Quarantäne, weil man es verpasst hatte, die Maskentragpflicht in der Schule aufrecht zu erhalten», nervte sich ein User auf Twitter am Dienstagmorgen und adressierte seinen Frust direkt an den Kanton Baselland. Dieser schrieb postwendend zurück und erklärte die Maskentragpflicht zu Symbolpolitik, weil sich Schülerinnen und Schüler ja auch in der Freizeit treffen würden. Das Echo auf diese Aussage liess nicht lange auf sich warten.

Landrat und Sekundarlehrer Jan Kirchmayr (SP) war nicht der einzige, der mit dieser Aussage seines Kantons Mühe hatte. Es sei ihm neu, dass sich während der Freizeit ganze Klassen über Stunden in einem 66-Quadratmeter-Raum treffen würden, doppelte er nach. Andere, teils geharnischte Reaktionen folgten. Maskenpflicht als Symbolpolitik zu bezeichnen sei ein heisses Eisen, fand einer. «18 Monate Pandemie und immer noch bei Monat 1 stehen geblieben?», fragte ein anderer. Und manche fragten sich, ob es sich wohl um einen Satire-Account handle.

Stunden später ruderte der Kanton dann zurück und entschuldigte sich für seine falsche Wortwahl im Zusammenhang mit dem Thema Maskentragpflicht und dem provozierenden Tweet.

Dabei verwies der Kanton auch auf das etablierte und funktionierende Testprogramm an den Baselbieter Schulen. Dazu äusserte sich dann auch Kirchmayr wieder lobend und sagte, das sei vorbildlich organisiert. Die Kommunikationspanne erklärte der Regierungssprecher in einem Folgetweet dann damit, dass das Vier-Augen-Prinzip in diesem Fall wohl nicht umgesetzt worden sei.

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