Community sei stark von Corona betroffen - Veranstalter reagieren auf Alba-Absage – «Wir prüfen den Entscheid juristisch»
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Community sei stark von Corona betroffenVeranstalter reagieren auf Alba-Absage – «Wir prüfen den Entscheid juristisch»

Das Alba Festival in Zürich darf nicht stattfinden. Das hat der Kanton entschieden. Er hat die Bewilligung für das zweitägige Openair mit kosovoalbanischer Musik widerrufen.

von
Thomas Mathis
Schimun Krausz
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48 Stunden vor dem Start muss das Alba Festival in Zürich abgesagt werden.

48 Stunden vor dem Start muss das Alba Festival in Zürich abgesagt werden.

Alba Festival
2019 fand es zum ersten Mal statt, 2020 musste es – wie fast alle Grossveranstaltungen – aufgrund der Pandemie abgesagt werden.

2019 fand es zum ersten Mal statt, 2020 musste es – wie fast alle Grossveranstaltungen – aufgrund der Pandemie abgesagt werden.

Alba Festival
Mehr als 20 Acts aus Kosovo und Albanien hätten am 4. und 5. September auf der Hardturmbrache vor bis zu 10’000 Fans pro Tag auftreten sollen – darunter der Kosovo-Star Kida. Auch die Acts auf den folgenden Slides waren gebucht.

Mehr als 20 Acts aus Kosovo und Albanien hätten am 4. und 5. September auf der Hardturmbrache vor bis zu 10’000 Fans pro Tag auftreten sollen – darunter der Kosovo-Star Kida. Auch die Acts auf den folgenden Slides waren gebucht.

AVD Digital

Darum gehts

  • Dieses Wochenende hätte die zweite Ausgabe des Alba Festival auf der Zürcher Hardturmbrache stattfinden sollen.

  • Zwei Tage vor dem Startschuss zog der Kanton die Bewilligung für den Grossanlass zurück, an dem pro Tag bis zu 10’000 Fans kosovoalbanischer Musik erwartet wurden.

  • Als Grund gibt er an, wegen möglichen Notfallpatientinnen und -patienten keine zusätzliche Belastung der Spitäler riskieren zu wollen. Das Festival richte sich an eine stark von Corona betroffene Community.

  • Die Veranstaltenden kündigen in einem ersten Statement an, den Entscheid des Kantons «juristisch» zu prüfen.

Der Regierungsrat hat entschieden, die Bewilligung für das Alba Festival 2021 zu widerrufen, wie er am Donnerstagnachmittag in einer Mitteilung schreibt. Er bedaure diesen Schritt, sehe in Anbetracht der Umstände aber keine Alternative.

«Eine Grossveranstaltung wie das Alba-Festival führt zu einer zusätzlichen Belastung der Spitäler, weil es an grossen Festivals erfahrungsgemäss Notfallpatienten zu versorgen gilt, welche teilweise nach der Erstversorgung Intensivpflege benötigen.» Eine solche Zusatzbelastung der Spitäler wolle der Regierungsrat in der derzeit sensiblen Situation vermeiden.

Veranstalter nehmen Entscheid «mit grosser Überraschung zur Kenntnis»

Hinzu komme, dass sich das Alba Festival primär an eine stark betroffene Community richtet. «Erkenntnisse zeigen, dass sich Ferienrückkehrer aus dem Balkan überdurchschnittlich oft mit Covid infiziert haben.» Die Kantonsregierung empfinde es als ihre Fürsorgepflicht, dem aktuell erhöhten Ansteckungsrisiko in dieser Bevölkerungsgruppe entgegenwirken und diese zu schützen.

Am frühen Donnerstagabend haben die Veranstaltenden ein erstes Statement dazu veröffentlicht: «Mit grosser Überraschung und Bestürzung nehmen wir den Entscheid des Regierungsrates, der dem Alba Festival die erteilte Bewilligung weniger als 48 Stunden vor Festivalbeginn entzieht, zur Kenntnis.» Und weiter: «Wir prüfen nun diesen Entscheid juristisch und kommunizieren zeitnah.» Es dürfte Freitag werden, bis sie sich abermals dazu äussern, wie es hiess.

Am Dienstag musste die Openair-Frauenfeld-Alternativ-Veranstaltung Frauenfeldli, die Mitte September hätte steigen sollen, aus demselben Grund abgesagt werden. Die verkleinerte Ausgabe des Open Air Gampel mit 10’000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag fand hingegen vor zwei Wochen wie geplant statt.

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