Impfstrategie St. Gallen : Breite Bevölkerung wird erst im Mai geimpft

Impfstrategie St. Gallen Breite Bevölkerung wird erst im Mai geimpft

Am Donnerstag informierte der Kanton St. Gallen über die Impfstrategie und den Stand der Vorbereitungen im Kanton. Hier der Live-Ticker der Medienkonferenz.

Dr. med. Karin Faisst, Leiterin Amt für Gesundheitsvorsorge in Kanton St. Gallen, informierte am Donnerstag über die Impfstrategie das Kantons.

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Donnerstag, 17.12.2020

Zusammenfassung

Der Kanton St. Gallen beginnt im Januar mit dem Impfen, unter der Voraussetzung, dass die Zulassung dafür erteilt wird und der Impfstoff geliefert wird. In einer ersten Phase werden rund 5000 Personen geimpft werden können. Priorität haben ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen. Danach wird Gesundheitspersonal geimpft. Die breite Bevölkerung wird wohl erst im Mai geimpft werden, wenn genügend Impfstoff verfügbar sein wird.

Ende

Die Medienkonferenz ist beendet. Danke fürs Mitlesen.

Wieso dauert es so lange?

In Grossbritannien wird schon geimpft. In der Schweiz gibt es keine Notzulassung, deshalb wird hierzulande noch nicht geimpft. Zuerst müsse der Impfstoff von den zuständigen Behörden zugelassen werden.

Karin Faisst weist darauf hin, dass der Impfstoff eigentlich sehr rasch verfügbar ist. Immerhin ist die Krankheit erst vor gut einem Jahr aufgetreten.

Haftung

Wer haftet, wenn es Langzeitschäden gibt?

Dafür haftet der Hersteller. Es sei denn, die Impfung wurde falsch verabreicht. Grundsätzlich haftet der Hersteller des Impfstoffes.

Kein Show-Impfen der Regierung

Die Regierung wird sich voraussichtlich nicht öffentlich wirksam Impfen, wie das etwa Joe Biden plant.

Keine Registrierung

Kann man sich heute schon registrieren für die Impfung?

Das ist noch nicht möglich.

Maske auch nach Impfung

Muss man nach der Impfung noch eine Maske tragen?

«Unbedingt», sagt Niederer-Loher. Die Umgebung der geimpften Person ist nicht unmittelbar nach der Impfung von einer möglichen Übertragung geschützt.

Politisch keine Einschränkungen für Impfverweigerer

Es wird politisch keine Einschränkung für Impfverweigerer geben. Es könnte aber sein, dass die Wirtschaft solche vornimmt, beispielsweise eine Fluglinie, die nur Passagiere transportiert, die geimpft sind.

Priorisierung

Es wird staffelweise vorgegangen. Erst die Heime, dann die Spitäler. Es werden nicht alle an einem Tag geimpft werden. In den ersten drei Monaten sollen die Heime durchgeimpft sein.

Wenig Impfstoff im Januar

5000 bis 10'000 Dosen im ersten Durchlauf sind wenig für den Kanton St. Gallen. Das habe mit der Verteilung durch den Bund zu tun. Es kann aber durchaus sein, dass bald mehr Impfstoff vorhanden sein wird. Noch kommen die Produzenten nicht mit der Herstellung nach, das werde sich aber ändern.

Langzeitfolgen der Impfung

Dazu kann man noch nichts sagen, weil es dazu keine Daten gibt. Man muss laut Niederer-Loher nicht mit Schädigungen rechnen.

Wie erfährt man, dass man geimpft werden soll?

Die Verantwortlichen der Heime werden informiert, und diese bereiten sich entsprechend darauf vor. In den Arztpraxen fragen Patienten nach der Impfung, und die Ärzte werden diese informieren, sobald sie selber mehr wissen, wann es so weit sein wird. Noch ist der zeitliche Ablauf unklar.

Fragerunde

Nun können Journalisten und Bevölkerung Fragen stellen.

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

An der Impfstelle wird man möglicherweise ein, zwei Tage Schmerzen spüren.

Werden auch Kinder geimpft?

Das ist im Moment nicht vorgesehen. Kinder werden weit weniger infiziert, und Kinder übertragen das Virus weit weniger als Jugendliche oder Erwachsene, so Anita Niederer-Loher.

Impfen in Arztpraxen

Patrick Schweiwiler, Hausarzt und Vizepräsident Kantonale Ärztegesellschaft sagt, dass sich die Ärzteschaft an der Impfstrategie beteiligt und so viele Anlaufstellen für die Bevölkerung bieten kann, damit sich viele rasch impfen können werden.

Die Hausärzte kennen die Patienten und können gut auswählen, wer zuerst geimpft werden soll.

Kühlkette

Urs Künzle, Kantonsapotheker spricht über die Impfstoffe. Herausfordernd sind die Temperaturempfindlichkeiten der Impfstoffe. Ein Impfstoff muss bei minus 75 Grad gelagert werden. Das führt zu logistischen Herausforderungen. Dafür wurden aber zusammen mit der Armeeapotheke und Logistikern Lösungen gefunden.

Kein Zwang

Es wird im Kanton kein Impfzwang geben. Die Impfung ist freiwillig. In Kurzvideos kann man sich zum Thema Impfung informieren.

Grossteil erst im Mai geimpft

In einer zweiten Phase soll an zusätzlichen Orten geimpft werden, zum Beispiel in Arztpraxen. Dort könnten pro Praxis tausend Personen pro Woche geimpft werden können. Die breite Bevölkerung wird wohl erst im Mai geimpft werden können.

Gratis Impfung

Karin Faisst, Leiterin Amt für Gesundheitsvorsorge, spricht nun über die Strategie.

Das Angebot soll leicht zugänglich sein, und die Impfung wird kostenlos sein. Es gibt noch viele Unklarheiten. Zum Beispiel, wann der Impfstoff erhältlich sein wird. Zu Beginn werde man wohl 5000 bis 10'000 Impfdosen erhalten. Voraussichtlich kann man im Januar rund 5000 Personen impfen. Zuerst werden Betagte in Pflegeheimen vor Ort geimpft werden. Zudem wird der Impfstoff in Spitälern vorhanden sein.

Bisherige Massnahmen bleiben

Mit der Impfung haben wir eine wirksame Massnahme zur Bekämpfung des Virus. Es braucht aber weiterhin Abstand und Hygienemassnahmen, die eingehalten werden müssen.

Verteilung

Seniorinnen und Senioren sowie Personen mit Vorerkrankungen werden zuerst geimpft. Danach Personen im Gesundheitswesen. Später wird der Kreis der zu Impfenden ausgeweitet.