Nach 70 Jahren ist Schluss: Kanton streicht Buslinie – Hotels bangen um Gäste
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Nach 70 Jahren ist SchlussKanton streicht Buslinie – Hotels bangen um Gäste

Am Sonntag fährt letztmals ein Bus über die Ibergeregg – der Kanton Schwyz stellt den Betrieb aus Spargründen ein. Betroffene Tourismusbetriebe wollen weiter für den Erhalt kämpfen.

von
as

Touristen müssen die Reise von Schwyz nach Oberiberg oder auf die Ibergeregg wohl bald selber organisieren: Der Kanton streicht die finanziellen Beiträge von jährlich rund 135'000 Franken für die Buslinie 5, welche seit knapp 70 Jahren jeweils in der Sommersaison die Strecke Schwyz – Ibergeregg – Oberiberg und retour bediente. Rund 20'000 Fahrgäste nutzten die genannte Busverbindung pro Saison.

«Wir haben zwar Verständnis dafür, dass der Kanton an gewissen Orten sparen muss, aber diese Entscheidung stimmt für uns so nicht», sagt Sandra Rubli, Mitarbeiterin der Rubli Betriebs AG und Gastgeberin beim Hotel Passhöhe. Denn: «Wir sind hier auf der Ibergeregg auf Touristen angewiesen», so Rubli weiter.

Angst wegen viel weniger Gästen

Diese Buslinie sei laut Rubli wichtig für den Tourismus: «Neben vielen Touristen nutzten auch Wanderer diesen Bus sehr oft», sagt Rubli. Sie befürchtet, dass ohne diese Busverbindung ein Grossteil der Gäste ausbleiben wird: «Viele Touristen haben kein Auto und sind somit nicht mobil. Und ein Taxi bis auf die Ibergeregg ist für die meisten schlichtweg einfach zu teuer.»

Auch Schwyz Tourismus ist nicht erfreut über die Streichung der genannten Buslinie: «Es ist sehr schade, dass der Kanton in dieser Angelegenheit so reagiert», sagt Vendelin Coray, Geschäftsführer bei Schwyz Tourismus. «Gerade für die Unterkünfte in dieser Region ist das Wegsparen dieser Busverbindung sehr schlecht, denn so sind diese auf keinste Weise mehr am öffentlichen Verkehr angeschlossen», so Coray.

«Wir kämpfen weiter»

Die Gastgeber wollen sich mit dem Entscheid des Kantonrats nicht einfach zufrieden geben: «Wir versuchen, die Buslinie 5 weiterhin aufrecht zu erhalten. Wir geben noch nicht auf und kämpfen weiter», sagt Rubli. Wenn nötig wolle die Rubli Betriebs AG auch Spendengelder sammeln, damit die Busverbindung bestehen bleibt. Für Rubli sei es auch wichtig, dass die involvierten Parteien nochmals zusammensitzen und gemeinsam nach einer besseren Lösung suchen. «Uns wäre sogar noch lieber, wenn die Busticket-Preise erhöht würden, als wenn einfach die komplette Busverbindung gestrichen wird», erklärt Rubli.

Entscheid seitens Kanton definitiv

Allerdings ist die Aufhebung der Buslinie 5 aus Sicht des Kantons definitiv – auch wenn der Entscheid nicht einfach war, wie Markus Meier, Vorsteher beim Amt des öffentlichen Verkehrs des Kanton Schwyz, sagt: «Wir haben zuerst das Gesamtangebot im öffentlichen Verkehr sorgfältig geprüft.»

Diese Busverbindung habe vor allem touristischen Zwecken gedient. «Da es sich um keine sogenannte Grunderschliessung für die Schwyzer Bevölkerung handelt, muss nun folglich bei der Buslinie 5 gespart werden», erklärt Meier. Zudem fahren die Busse jeweils nur während der Sommersaison, was zusätzlich zur Entscheidung beigetragen habe.

Ein Türchen lässt Meier immerhin offen: «Der Kanton wird zwar den Kostenbeitrag für die Busverbindung Ende Jahr einstellen. Wird aber jemand etwa durch Spenden die nötigen finanziellen Mittel aufbringen, kann die Linie 5 auch weiterhin fahren.»

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