Impfstart im Thurgau: Kanton Thurgau bereitet sich auf die Covid-Impfung vor
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Impfstart im ThurgauKanton Thurgau bereitet sich auf die Covid-Impfung vor

Am Wochenende hat Swissmedic die erste Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der Schweiz erteilt. Am Dienstag informierte der Kanton Thurgau über das geplante Vorgehen bezüglich der Impfungen.

von
Leo Butie
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Regierungsrat Urs Martin, Kantonsärztin Agnes Burkhalter, Kantonsapothekerin Nadja Müller sowie Markus Bürgi vom Amt für Bevölkerungsschutz und Armee haben am Dienstag die Thurgauer Impfstrategie vorgestellt.

Regierungsrat Urs Martin, Kantonsärztin Agnes Burkhalter, Kantonsapothekerin Nadja Müller sowie Markus Bürgi vom Amt für Bevölkerungsschutz und Armee haben am Dienstag die Thurgauer Impfstrategie vorgestellt.

Samuel Schalch/Tages-Anzeiger
Der nationale Start ist am 4. Januar. Einige Kantone beginnen bereits früher mit dem Impfen. 

Der nationale Start ist am 4. Januar. Einige Kantone beginnen bereits früher mit dem Impfen.

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Andere Ostschweizer Kantone haben ihre Impfstrategien bereits präsentiert.

Andere Ostschweizer Kantone haben ihre Impfstrategien bereits präsentiert.

Imago Images/Martin Wagner

Darum gehts

  • Der Kanton Thurgau präsentierte am Dienstagnachmittag seine Impfstrategie.

  • Die Regierung plant, ab dem 4. Januar mit dem Impfen zu beginnen.

  • Weitere Ostschweizer Kantone haben ihre Impfstrategien bereits vorgestellt.

  • Nationaler Impfstart ist am 4. Januar.

Ab dem 4. Januar 2021 werden im Kanton Thurgau Impfungen an Risikopersonen in Pflegeheimen durchgeführt. Dies gab der Kanton am Dienstag bekannt. Parallel dazu wird ein kantonales Impfzentrum in Frauenfeld geplant, das am 11. Januar 2021 errichtet wird. Ein zweites kantonales Impfzentrum soll bei Bedarf später am Bodensee folgen.

Auch der Kanton Thurgau hält sich bei der Reihenfolge an die Impfempfehlung der Eidgenössischen Kommission für Impffragen:

- besonders gefährdete Personen;

- Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt / Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen;

- enge Kontakte (Haushaltsmitglieder) von besonders gefährdeten Personen;

- Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (mit altersdurchmischten Bewohnern; wie beispielsweise Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Gefängnisse etc.);

- alle anderen Erwachsenen.

Impfungen über Feiertage

Im Kanton Thurgau werden über die Feiertage eingeschränkt Impfungen an Spitalpersonal durchgeführt, um Erfahrungen im Umgang und der anspruchsvollen Logistik mit dem Impfstoff zu erhalten. Ab dem 4. Januar 2021 werden Personen in Pflegeheimen geimpft.

Parallel dazu werden im Kanton Thurgau Impfzentren zur Impfung der breiten Bevölkerung aufgebaut. Ein erstes solches Zentrum ist in Frauenfeld geplant und wird am 11. Januar errichtet. Später wird bei Bedarf ein zweites Impfzentrum am Bodensee in Betrieb genommen. Wie viele Menschen wann geimpft werden können, hängt von der Zahl der lieferbaren Impfdosen ab. Aktuell wurden dem Kanton Thurgau bis und mit Januar 2021 rund 10000 Impfdosen zugeteilt. Mit dieser Menge können 5000 Thurgauer geimpft werden. «Wir stehen am Beginn eines lange dauernden Prozesses. Es wird angesichts der verfügbaren Impfdosen Monate dauern, bis alle Impfwilligen im Kanton Thurgau geimpft sind. Daher wird sich die Covid- Situation auch nicht auf kurze Frist entspannen», sagte der Thurgauer Gesundheitsdirektor Urs Martin an einer Medienkonferenz.

Herausforderung für Lagerung

Insgesamt hat der Bund drei Millionen Dosen des zugelassenen Impfstoffs zwischen Januar und November 2021 mit einem Reservationsvertrag gesichert. Der Kanton Thurgau hat sein erstes Kontingent über rund 3000 Impfdosen bei der Armeeapotheke bereits abgerufen. «Aufgrund der logistischen Herausforderungen, gekoppelt mit der limitierten Verfügbarkeit, ist dieser Impfstoff für den grossflächigen Einsatz in Arztpraxen und Apotheken aber wenig geeignet», sagte Kantonsapothekerin Nadja Müller an der Medienkonferenz.

Denn der aktuell zugelassene Impfstoff stellt aufgrund seiner Eigenschaften eine erhebliche Herausforderung für die Lagerung, für die Haltbarkeit bei Kühlschranktemperatur und für die Konfektionierung dar, weshalb zunächst Impfungen in Heimen und zentralen Impfzentren vorgenommen werden. Sobald weitere Impfstofftypen zugelassen werden, wird eine Verteilung des Impfstoffes über die ordentlichen Leistungserbringer geprüft.

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Ostschweizer Kantone haben unterschiedliche Impfstarts

Weitere Ostschweizer Kantone haben ihre Impfstrategien bereits in den letzten Tage mitgeteilt. So hat der Kanton St. Gallen am Donnerstag bekannt gegeben, dass man im Januar mit dem Impfen beginnen möchte. Der Kanton Graubünden beginnt ab dem 4. Januar.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden startet man ebenfalls am 4. Januar mit den ersten Impfungen. Der Kanton geht davon aus, dass ihm von den ersten in die Schweiz gelieferten Impfstoffen rund 975 Impfdosen zur Verfügung stehen. Als erstes werden Personen in Alters- und Pflegeheimen geimpft. Der Nachbarskanton Appenzell Innerrhoden teilte am Dienstag mit, dass man bereits am 23. Dezember mit den ersten Impfungen beginnen möchte. Es werden einzelne Impfungen zur Testung des Gesamtablaufs vorgenommen. Die eigentliche Impfkampagne startet ebenfalls am 4. Januar.

Für die übrigen Kantone wurde eine Übersichtskarte zusammengestellt.

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