Frauenfeld: Kanton Thurgau: Private Cops auf dem Vormarsch
Aktualisiert

FrauenfeldKanton Thurgau: Private Cops auf dem Vormarsch

Immer mehr Thurgauer Gemeinden rüsten ihre privaten Ordnungshüter mit Polizeikompetenzen aus. Von offizieller Seite stösst dies auf Kritik.

von
Urs-Peter Zwingli

«Wir wollen unsere Stadt sicherer und sauberer machen», sagt Martin Klöti, Stadtammann von Arbon. Seit zwei Wochen darf die Securitas in Arbon darum Bussen verteilen und Personalien aufnehmen. Bekämpft werden sollen Probleme wie Littering, freilaufende Hunde und «Töffli­buebe» an der Seepromenade.

Einen Schritt weiter geht die Gemeinde Amriswil: Ab Anfang Juni soll hier die Hundepatrouille, eine Bürgerwehr mit Schutzhunden, gar Personen durchsuchen und wegweisen dürfen. «Vorher waren uns oft die Hände gebunden», so Patrouillenchef Jörg Schweizer. Nebst Arbon und Amriswil hat auch Weinfelden den Handlungsspielraum seiner Privat-Streife ausgeweitet: Diese kann neu Verstösse im Strassenverkehr verfolgen.

Der Verband der Schweizer Polizeibeamten (VSPB) kritisiert diese Entwicklung: Präsident Heinz Buttauer spricht gegenüber dem «Sonntag» von «Amtsanmas­sung». Zudem gefährde die Privatpolizei mit ihrer «äus­serst minimalen Ausbildung» die Sicherheit der Bevölkerung, so Buttauer. Er fordert, dass die Kompetenzen der Milizpatrouillen einer staatlichen Kontrolle unterstellt werden.

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