«Wasseransammlungen vermeiden»: Kanton warnt vor Ausbreitung der Tigermücke in Stadtberner Quartier

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«Wasseransammlungen vermeiden»Kanton warnt vor Ausbreitung der Tigermücke in Stadtberner Quartier

Im Obstbergquartier sind an mehreren Stellen Tigermücken und ihre Larven nachgewiesen worden. Um der Verbreitung entgegenzuwirken, appelliert der Kanton an die Bewohner, Wasseransammlungen jeglicher Art zu vermeiden.

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Die Tigermücke fällt durch ihre schwarz-weisse Musterung auf. Die invasive und lästige Mücke wurde nun im Berner Obstbergquartier nachgewiesen.

Die Tigermücke fällt durch ihre schwarz-weisse Musterung auf. Die invasive und lästige Mücke wurde nun im Berner Obstbergquartier nachgewiesen.

James Gathany
Die Tigermücke ist eine potenzielle Überträgerin von Krankheiten wie dem Dengue-Fieber oder dem Chikungunya-Virus. In der Schweiz sind bislang keine Krankheitsübertragungen durch das Insekt festgestellt worden.

Die Tigermücke ist eine potenzielle Überträgerin von Krankheiten wie dem Dengue-Fieber oder dem Chikungunya-Virus. In der Schweiz sind bislang keine Krankheitsübertragungen durch das Insekt festgestellt worden.

Kantonslabor BS / Amt für Umweltschutz BL
Stehendes Wasser bietet optimale Voraussetzungen für ihre Vermehrung. Solche Wasserstellen, die sich als Brutstätten eignen, findet die Tigermücke auch in Familiengärten vor.

Stehendes Wasser bietet optimale Voraussetzungen für ihre Vermehrung. Solche Wasserstellen, die sich als Brutstätten eignen, findet die Tigermücke auch in Familiengärten vor.

Kantonslabor BS

Darum gehts

  • Die Asiatische Tigermücke hat sich im Berner Obstbergquartier eingenistet.
  • Der Kanton hält die Bewohner an, Wasseransammlungen zu vermeiden.
  • Krankheitsübertragungen durch die Tigermücke wurden hierzulande bis anhin nicht festgestellt. Lästig sind die Viecher aber allemal.

Aufgrund einer Meldung wurde das Berner Obstbergquartier Ende September nach Asiatischen Tigermücken abgesucht. Und tatsächlich: An mehreren Stellen konnten die Moskitos samt Larven nachgewiesen werden, wie einem Schreiben der kantonalen Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion an die Anwohner zu entnehmen ist.

Den Tigermücken genügen bereits kleinste Wasseransammlungen in Pfützen, Giesskannen, Blumenuntersetzern oder Vasen, um sich zu vermehren. «Wasseransammlungen jeglicher Art sollen deshalb ab jetzt vermieden werden», warnt der Kanton. Ausnahmen seien Pools mit chlorhaltigem Wasser, belebte Biotope (Frösche, Fische) und Teiche mit bewegter Wasseroberfläche, beispielsweise durch Springbrunnen.

Noch keine registrierten Krankheitsfälle

Die Tigermücke ist eine potenzielle Überträgerin von Krankheiten wie dem Dengue-Fieber oder dem Chikungunya-Virus. In der Schweiz sind bislang keine Krankheitsübertragungen durch das Insekt festgestellt worden. Somit gehe von den Tigermücken hierzulande «keine Gefahr» aus, hält der Kanton fest. Allerdings würden sie häufiger als einheimische Mückenarten stechen, und die Stiche seien «deutlich unangenehmer».

Im Tessin hat sich das Insekt schon vor Jahren angesiedelt; 2013 wurden erstmals Eier nördlich der Alpen gefunden. Die Ausbreitung scheint unvermeidbar: Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Klima künftig so verändert, dass sich die Lebensbedingungen in weiten Teilen Europas zugunsten der Tigermücke entwickeln werden.

Tigermücke: Ja oder nein?

Die Tigermücke hat auf ihren schwarzen Hinterbeinen fünf weisse Ringe und auf ihrem Rücken, hinter dem Stechrüssel, eine weisse Linie. Das Insekt ist nicht grösser als ein Fünfräppler. Die im Mittelland bereits weit verbreitete Japanische Buschmücke sieht der Tigermücke äusserst ähnlich, ist aber bedeutend grösser. Verdächtige Funde können den zuständigen Fachstellen gemeldet werden. Die Meldestelle des Kantons Bern ist das Schweizerische Tropeninstitut in Basel (tigermuecke@swisstph.ch).

(sul)

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