Gender-Projekt: Kanton will Berufswahl verändern
Aktualisiert

Gender-ProjektKanton will Berufswahl verändern

Der Kanton will mit einem Projekt Mädchen für Männerberufe begeistern. Das stösst auf Skepsis.

von
Tabea Waser
Mit einer Sonderschau versucht der Kanton an der OBA für Rollenklischees bei der Berufswahl zu sensibilisieren.

Mit einer Sonderschau versucht der Kanton an der OBA für Rollenklischees bei der Berufswahl zu sensibilisieren.

Heute beginnt die jährliche Ostschweizer Bildungsmesse (OBA) in St.Gallen. Mit der Sonderschau «Typisch Frau, Typisch Mann» will die kantonale Gleichstellungsförderung die Bedeutung von Rollenklischees in der Berufswahl thematisieren.

Projektleiterin Brigitte Meyer ist überzeugt von der Notwendigkeit dieser Anstrengungen: «Die Jugendlichen sind nicht frei in ihrer Berufsentscheidung», sagt sie. Stattdessen seien sie stark durch ihr Umfeld geprägt, vor allem durch das Elternhaus. Auch sei es immer noch so, dass Mädchen, die einen typischen Männerberuf wählen, in der Schule gehänselt würden.

Bemühungen umsonst

Karin Winter-Dubs (SVP), Präsidentin der Bildungskommission St.Gallen, kann mit solchen Gleichstellungsbemühungen wenig anfangen: «Wichtig ist die Möglichkeit zur freien Wahl und nicht dass irgendwelche Quoten erfüllt werden.» Denn, so Winter- Dubs: «Muss es das Ziel sein, dass auf dem Bau gleich viele Frauen arbeiten wie Männer?»

In der Tat zeigt sich, dass sich trotz aller Bemühungen um Gender Mainstreaming(Geschlechtergleichstellung) die Berufswahl von Jugendlichen kaum verändert hat. Laut einer Studie des Nationalfonds wählt nur ein Prozent der Schweizer Schulabgänger einen geschlechteruntypischen Beruf. Ähnlich liegt der Fall in Norwegen: Trotz fast 30 Jahren Gender Mainstreaming bleibt die Berufswahl weitgehend geschlechtsspezifisch.

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