Durchgehende Autobahn: Kanton zeigt konkrete Pläne für Westast in Biel
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Durchgehende AutobahnKanton zeigt konkrete Pläne für Westast in Biel

Die Westumfahrung soll eines der letzten Löcher im Autobahnnetz schliessen und die Region vom Verkehr entlasten. Der Berner Regierungsrat veröffentlichte am Montag das konkrete Projekt.

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sda / miw
Eine Visualisierung zeigt die Ausfahrt Westast des Ausführungsprojekts A5-Westumfahrung Biel. Das etwa 2,5 km lange Autobahnteilstück soll ab 2019 gebaut werden und Biel und Nidau vom Durchgangsverkehr entlasten. (Keystone/Marcel Bieri)

Eine Visualisierung zeigt die Ausfahrt Westast des Ausführungsprojekts A5-Westumfahrung Biel. Das etwa 2,5 km lange Autobahnteilstück soll ab 2019 gebaut werden und Biel und Nidau vom Durchgangsverkehr entlasten. (Keystone/Marcel Bieri)

Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer stellte gestern die Details zum A5-Westast vor. Das Projekt gibt Aufschluss über Art, Umfang und Lage der geplanten Strasse sowie zu Einzelheiten der bautechnischen Gestaltungen. Das nun vorliegende Ausführungsprojekt wird vom 18. April bis 23. Mai öffentlich aufgelegt.

Der A5-Westast führt von Brügg her weitgehend unterirdisch in Richtung Vingelz und soll Nidau und den Westen der Stadt Biel vom Verkehr entlasten. Mit dem Bauwerk soll eine der letzten Lücken des Nationalstrassennetzes geschlossen werden. Die Kosten für den Bau werden auf zwei Milliarden Franken geschätzt. 85 Prozent bezahlt der Bund, den Rest der Kanton. Die Gemeinden beteiligen sich finanziell an der Umsetzung der verkehrlich flankierenden Massnahmen.

«Aus der Region, für die Region»

Der Kanton Bern hat das Projekt in den vergangenen Monaten ausgearbeitet, nachdem der Bundesrat im Jahr 2014 die generellen Projekte für den A5-Westast genehmigte. Es gibt deren drei: für den Westast, für den Zubringer rechtes Bielerseeufer und für den Vingelztunnel. Damit legte die Landesregierung die Linienführung, die Lage der Tunnelportale und die Anschlüsse verbindlich fest.

Die Berner Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer stellte das Dossier am Montag in Biel den Medien vor und betonte, das Vorhaben sei in einem partizipativen Prozess entstanden. «Die Westumfahrung ist ein Projekt aus der Region für die Region», sagte die Regierungsrätin laut der Mitteilung ihrer Direktion.

Unter Berücksichtigung zahlreicher Anregungen von Interessengruppen seien seit der Genehmigung der Generellen Projekte im Jahr 2014 mehrere inhaltliche Änderungen vorgenommen worden. So sei etwa das Westportal des Vingelztunnels durch den Beizug von Architekten und Ökologen optimiert worden. Auch nehme das Projekt nun besser Rücksicht auf das Naturschutzgebiet in der Seevorstand, wo auf die geplante Galerie verzichtet werde.

VCS Bern prüft Einsprache

Erst seit relativ kurzer Zeit erwächst dem Projekt in der Region grosser Widerstand. Einem Komitee namens «Westast so nicht!» gehören nach dessen Angaben bereits 1200 Personen an. Dieses gibt an, besser als eine konventionelle Autobahn – die den Bau von riesigen Anschlussbauwerken voraussetze – wäre eine Autobahn dritter Klasse mit Mischverkehr.

Am Montag kündigte das Komitee in einer Medienmitteilung an, betroffene Personen bei Einsprachen zu beraten. Es schreibt auch, die Belastung der künftigen Autobahnanwohner durch die zwölfjährigen Bauarbeiten würden «enorm» sein.

So wie der A5-Westast jetzt geplant sei, sei er nicht umweltverträglich, schreibt auch der VCS Bern. Er werde eine Einsprache prüfen. Auf Anfrage sagte der Präsident der VCS-Regionalgruppe Biel, Urs Scheuss, der VCS sei einspracheberechtigt. Doch wolle er zuerst das Dossier prüfen, bevor er über die Einsprache entscheide.

Ostast ab Ende Oktober offen

Während am A5-Westast für Biel noch geplant wird, steht der A5-Ostast vor der Vollendung: Am 27. Oktober wird das knapp fünf Kilometer lange Nationalstrassen-Teilstück eröffnet, wie die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion mitteilte. Der A5-Ostast führt von der Verzweigung Brüggmoos bis zur Verzweigung Bözingenfeld.

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